Alexander Stuart-Houston: Hitlers Grossneffe lebt auf Long Island
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Alexander Stuart-HoustonHitlers Grossneffe lebt auf Long Island

Er lebt in den USA unter neuem Namen und meidet die Presse. Ein Reporter konnte nun mit dem letzten Hitler-Nachkommen sprechen.

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Adolf Hitler hat in den USA Verwandte: Auf Long Island leben drei seiner Grossneffen. Ein «Bild»-Reporter konnte mit einem von ihnen sprechen.

Adolf Hitler hat in den USA Verwandte: Auf Long Island leben drei seiner Grossneffen. Ein «Bild»-Reporter konnte mit einem von ihnen sprechen.

Gottfried Gilbert
Alexander Stuart-Houston (68) und seine Brüder Louis (57) und Brian (53) sind die Söhne von Willy Hitler (im Bild), der 1939 in die USA auswanderte.

Alexander Stuart-Houston (68) und seine Brüder Louis (57) und Brian (53) sind die Söhne von Willy Hitler (im Bild), der 1939 in die USA auswanderte.

CC Wikipedia
Seinen Neffen bezeichnete Adolf Hitler als «widerlich». Willy Hitler veröffentlichte einen Artikel unter dem Titel «Warum ich meinen Onkel hasse».

Seinen Neffen bezeichnete Adolf Hitler als «widerlich». Willy Hitler veröffentlichte einen Artikel unter dem Titel «Warum ich meinen Onkel hasse».

AP

Alexander Stuart-Houston ist 68 Jahre alt und lebt auf Long Island, einer New York vorgelagerten Halbinsel. Seine Nachbarn wissen nicht, welches dunkle Geheimnis dieser grosse Mann mit kantigem Gesicht hütet: Stuart-Houston ist ein Grossneffe von Adolf Hitler.

Ein Reporter der «Bild»-Zeitung hat ihn und seine beiden Brüder Brian und Louis gefunden.

Sie sind die Söhne von William Patrick Hitler, genannt Willy, einem Neffen des Diktators. Willys Vater Alois und Adolf Hitler waren Brüder.

Hitler nannte Neffen «widerlichster Verwandter»

Willy Hitler kam in Grossbritannien zur Welt und wollte mit Hilfe seines Onkels zunächst Karriere machen, als dieser in Deutschland an die Macht kam. Doch sie überwarfen sich. Der Diktator soll seinen Neffen daraufhin als seinen «widerlichsten Verwandten» bezeichnet haben. Willy Hitler seinerseits veröffentlichte zurück in London einen Artikel mit dem Titel «Warum ich meinen Onkel hasse».

1939 wanderte er in die USA aus. Dort kämpfte er mit der Navy gegen die Deutschen. Nach dem Krieg änderte er seinen Namen, zuerst auf «Hiller», dann auf den britischen Doppelnamen Stuart-Houston – nicht nur, um seinen Kindern Kummer zu ersparen, sondern weil er auch Racheaktionen von Alt-Nazis befürchtete.

So tickt Hitlers Grossneffe

Die Geschichte der letzten Hitlers wurde 2001 erstmals im Buch des Autors David Gardner bekannt gemacht. Fünf Jahre später versuchte ein Journalist der «New York Times», die Stuart-Houstons zu interviewen – vergeblich.

Auch dem «Bild»-Reporter wurde fast die Tür vor der Nase zugeschlagen, hätte er Alexander nicht in letzter Sekunde angeboten, über deutsche Politik statt über die Familiengeschichte zu reden. «Deutsche Politik? Fragen Sie», sagte der Hitler-Nachkomme interessiert.

«Wie denken Sie über Bundeskanzlerin Angela Merkel?», fragte der deutsche Reporter. Er möge sie, sie scheine eine intelligente und schlaue Person zu sein, antwortete Alexander Stuart-Houston. Trump hingegen gefalle ihm nicht, sagte der Mann, der sich als eingefleischter Republikaner bekennt.

«Die letzte Person, von der ich behaupten würde, dass ich sie bewundere, ist Donald Trump. Er gehört definitiv nicht zu meinen Favoriten», sagte Stuart-Houston zum Schluss. «Es ist seine Art, die mich stört. Ich mag einfach keine Lügner.»

Liebe zu einer Jüdin zerbrach

Seine beiden Brüder leben in der Nähe Alexanders. Sie wollten nicht mit der Zeitung sprechen. Eine Nachbarin bezeichnete die beiden als «grossartige Menschen». «Niemand kann etwas für seine Verwandtschaft», sagte sie.

Dass diese dennoch Schatten wirft, musste ein Bruder Alexanders erfahren. Laut «Bild» hatte dieser einst eine jüdische Freundin, die beiden wollten heiraten. Doch als die junge Frau von dem Familiengeheimnis der Stuart-Houstons erfahren habe, sei die Beziehung zerbrochen.

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