Hitze: Schweizer AKWs machen schlapp
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Hitze: Schweizer AKWs machen schlapp

Die Schweizer Atomkraftwerke müssen in einer Hitzeperiode wie der aktuellen ihre Stromproduktion jeweils um bis zu 15 Prozent drosseln.

Das Flusswasser ist dann zu warm, um noch die volle Leistung zu kühlen. Bei Anlagen mit Kühlturm sinkt die Produktion bei Hitze automatisch.

Bei den Atomkraftwerken Mühleberg und Beznau I und II, die mit Flusswasser gekühlt werden, wird bei Temperaturen auf dem aktuellen Niveau jeweils das Kühlwasser zum Problem. Sie dürfen gemäss Gesetz das Wasser nach der Kühlung höchstens mit einer Temperatur von 32 Grad in die Aare zurückleiten. Im Fall von Mühleberg bedeutet dies, dass das Wasser beim Eintritt nicht viel mehr als 18 Grad warm sein darf. Ansonsten müssen die Reaktoren zurückgefahren werden.

Gemäss dem schweizerischen Nuklearforum war dies bei Mühleberg im vergangenen Juni an zwölf Tagen der Fall. Auch im Juli erreichte die Produktion an mehreren Tagen nicht die volle Leistung. Die Eigentümerin BKW sprach aber von einem Abfall im Rahmen früherer Jahre. Es könne bisher nicht von einem gewaltigen Ausreisser gesprochen werden.

Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) schätzt, dass die Produktion der Atomkraftwerke bei Hitzeperioden jeweils um bis zu 15 Prozent sinkt. Diese Einschätzung wurde von den Kraftwerksbetreibern bestätigt, wenn sie auch keine konkreteren Zahlen nennen wollten. Von Einbussen betroffen sind nicht nur die wassergekühlten Kraftwerke, sondern auch jene mit einem Kühlturm. Sie können zwar ihre Reaktoren auch bei Hitze mit voller Leistung laufen lassen. Doch je höher die Aussentemperaturen sind, desto geringer wird automatisch die produzierte Strommenge. (dapd)

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