Aktualisiert 26.09.2009 17:40

Brand in LausanneHitze verhindert Vorstoss zum Brandherd

Feuerwehrleute kämpfen noch immer gegen einen Brand in einem Lausanner Archivgebäude. Der Vorstoss zum Brandherd im zweiten Untergeschoss musste wegen zu grosser Hitze abgebrochen werden. Nun soll die Armee aus dem See Wasser hochpumpen.

Gegen 14 Uhr konnte die Feuerwehr zunächst einen Erfolg vermelden. Sie war bis zum Brandherd im zweiten Untergeschoss vorgedrungen, nachdem sie eine Mauer eingebrochen hatte. Zuvor war mit Hilfe einer Baumaschine ein acht Meter tiefes Loch gegraben worden, um zum Brandherd vorzustossen. Als die Mauer fiel, wurden Flammen sichtbar. «Im Idealfall bekämpft man den Schaden von aussen», erklärte der Kommandant der Feuerwehr Lausanne, Jean-Luc Berney, vor den Medien.

Wie Feuerwehrsprecher Bernard Sermier am Abend auf Anfrage sagte, war die Hitze jedoch so gross, dass das Loch in der Mauer wieder geschlossen werden musste. Nun solle mit Hilfe der Armee zusätzliches Wasser aus dem Genfersee zum Brandort hochgepumpt werden. Der Mauerdurchbruch habe immerhin erlaubt, sich vom Ausmass des Brandes ein etwas besseres Bild zu machen.

Im Gebäude sind die Archive von fast 150 Unternehmen untergebracht. Zugang zum Gebäude gewähren vier kleine Treppenhäuser. Trennwände zwischen den verschiedenen Archiv-Abteilen gibt es keine. Das Fehlen dieser Trennwände hat die Aufgabe der Feuerwehrmänner erschwert. Diese standen einer Tonne respektive 3000 Kubikmetern von Dokumenten gegenüber, die vorwiegend in Schachteln gelagert waren.

Schwierige Aufgabe

Seit Donnerstag versuchten die Feuerwehrleute, zum Brandherd vorzustossen. Sie belüfteten die Räumlichkeiten mit Material, das beim Brand im Mont-Blanc Tunnel zum Einsatz kam. Danach setzten sie grosse Wassermengen ein, bis zu 12 000 Liter pro Minute.

Die Temperatur stieg dennoch. Am Freitag begann sich der Boden zwischen dem ersten und dem zweiten Untergeschoss zu lösen. «Im ersten Untergeschoss befindet sich ein Parking. Gegen zehn Autos konnten wir nicht aus der Garage fahren, weil die Rauchentwicklung zu stark war», sagte der Feuerwehrkommandant. Das fünfstöckige Gebäude neigte sich zudem leicht gegen Südwesten.

«Wir empfehlen, Fenster und Türen zu schliessen»

Am Samstag begann sich der Rauch zunehmend im Quartier auszubreiten. Die Stadtverwaltung analysierte die Luftqualität. Vorderhand besteht jedoch kein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung, «aber wir empfehlen, Fenster und Türen zu schliessen», sagte Berney.

Insgesamt standen am Samstag 217 Personen (Feuerwehrleute, Sanitäter, Polizisten und Zivilschützer) im Einsatz, darunter auch Genfer Feuerwehrleute. Zudem wurde mit der Armee Kontakt aufgenommen, um sicherzustellen, dass im Notfall dem Genfersee zusätzliches Wasser entnommen werden kann. (sda)

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