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Hitzewelle: Japan geht der Strom aus

Wegen der in Japan andauernden Hitze hat der grösste Stromkonzern des Landes aus Sorge vor Stromengpässen einen Notfallplan aktiviert. Erstmals seit 17 Jahren wurden die Lieferungen an Grosskunden wie Chemiekonzerne gekürzt.

Das gab Tokyo Electric Power (TEPCO) am Mittwoch bekannt. Der führende Stromkonzern forderte am Mittwoch 23 Grosskunden auf, ihren Stromverbrauch um insgesamt 150 000 bis 200 000 Kilowattstunden zu reduzieren, wie Medien berichteten.

Zugleich erhielt TEPCO die staatliche Genehmigung, ein Wasserkraftwerk in der Provinz Tochigi wieder anzufahren. Dem Konzern war wegen eines Verstosses gegen ein Gesetz zum Schutz von Flüssen der Betrieb des Werks untersagt worden.

Seitdem TEPCO das kürzlich bei einem Erdbeben in der Provinz Niigata beschädigte Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa auf unbestimmte Zeit vom Netz nehmen musste, hat es der Konzern schwerer, eine ausreichende Stromversorgung sicherzustellen.

In den vergangenen Tagen stiegen die Temperaturen in Japan stellenweise auf über 40 Grad. Da die Bevölkerung ihre auf Hochtouren laufenden Klimaanlagen noch länger als sonst eingeschaltet lässt, stieg die Stromerzeugung der führenden Elektrizitätskonzerne am Dienstag auf den Tagesrekord von 3,4 Mrd. Kilowattstunden.

Medienberichten zufolge erlagen mindestens 30 meist ältere Menschen den extremen Temperaturen. (dapd)

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