Aktualisiert 24.06.2004 22:14

Hitzfeld: «Bundestrainer wäre die logische Folge»

Rudi Völler (44) hat gestern den Bettel hingeworfen. Als Nachfolger wird Ottmar Hitzfeld (55) heiss gehandelt.

«Es gibt nur einen Rudi Völler.» Der Ohrwurm der Band La Rocca hat sich im Nachbarland millionenfach verkauft und ist längst Kult. Doch seit gestern gibt es in Deutschlands Nati keinen Rudi Völler mehr. Fünf Stunden nach der 1:2-Pleite gegen Tschechien zog der Teamchef nach einer Lagerbesprechung mit DFB-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder laut «Bild» um 3.30 Uhr die Reissleine und fällte seinen Entscheid: «Ich trete zurück.»

Dies obwohl sich laut Meinung der Experten das Team des Vize-Weltmeisters von 2002 trotz des EM-Outs nicht im freien Fall befand. Franz Beckenbauer brachte es für einmal auf den Punkt: «An Rudi lags bestimmt nicht. Er hat sich immer vor die Mannschaft gestellt. Die Spieler sind die Sensibelchen.»

Zuweilen übertrieb es «Tante Käthe» aber auch mit der Nestwärme für ihre Schützlinge. Legendär ist Völlers Auftritt vom letzten September bei ARD-Reporter Waldemar «Weissbier» Hartmann: «So ein Käse. Ich hör mir den Scheiss nicht mehr an.» Beim Publikum hat ihn dieser Ausraster zwar noch beliebter gemacht. Doch gestern bekannte Völler: «Da hatte ich viel Kredit verspielt, jetzt habe ich gar keinen mehr. Nun muss jemand her, der unbefleckt ist und keinen Rucksack mit sich rumschleppt.»

Für den «Kaiser» ist klar, wer das ein muss: «Ottmar Hitzfeld. Im Hinblick auf die WM 2006 kann nur er es richten. Es gibt momentan keinen Besseren.» Der Ex-Bayern-Trainer scheint nicht abgeneigt zu sein: «Nach dem Rücktritt von Völler wäre es eine logische Folge für mich, Bundestrainer zu werden.»

Obs auch ihm zu einem Hit («Es gibt nur einen Ottmar …») reicht, muss Hitzfeld aber erst noch beweisen.

Andy Huber

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