«Stinkefinger-Geste»: Hitzfeld droht Sperre schon gegen Island

Aktualisiert

«Stinkefinger-Geste»Hitzfeld droht Sperre schon gegen Island

Die Fifa hat eine Voruntersuchung gegen Ottmar Hitzfeld eingeleitet. Womöglich wird der Nati-Coach schon beim WM-Qualispiel in Island gesperrt.

von
Reto Fehr
Reykjavik

Der Nati-Delegierte Peter Stadelmann zur Geste von Ottmar Hitzfeld und den möglichen Sanktionen. (Video: 20 Minuten Online)

Ottmar Hitzfelds Stinke-Finger-Geste nach dem 1:1 gegen Norwegen schlug hohe Wellen. Es war anzunehmen, dass der 63-jährige Nationalcoach dafür zur Verantwortung gezogen wird. Nun könnte Hitzfeld aber früher als erwartet mit den Konsequenzen konfrontiert werden.

Die Fifa hat nämlich eine Voruntersuchung eingeleitet. Und dafür hat der Weltfussballverband beim Schweizerischen Fussballverband um eine schriftliche Stellungnahme gebeten. Bis am Montagmittag 12 Uhr Schweizer Zeit musste der SFV diese einreichen. Dies hat der Verband getan, nun gehen die Ermittlungen weiter.

Peter Stadelmann, der Delegierte der Nationalmannschaft, legt in Reykjavik im Grand Hotel wert darauf, dass noch kein Verfahren eröffnet wurde, sondern lediglich Vorabklärungen laufen. Trotzdem sagt er: «Es ist möglich, dass Hitzfeld am Dienstag nicht auf der Bank sitzt. Der Entscheid könne dabei jederzeit fallen.» Theoretisch auch kurz vor dem Spiel.

Stadelmann hält Hitzfelds Aussage für «merkwürdig»

Der Verband hofft natürlich auf einen glimpflichen Ausgang: «Wir haben beantragt, dass keine Sanktion ausgesprochen wird. Wir sehen diese Geste als Ausrutscher unserer Coaches. Wir wollen das nicht dramatisieren, Fehler können passieren», so Stadelmann. Man gehe davon aus, dass Hitzfeld auf der Bank sitzen wird gegen Island. Aber dieser Entscheid liegt bei der Fifa. «Wir warten jetzt ab, ob und wie die Fifa reagieren wird.»

Die Aussage von Hitzfeld, dass die Geste gegen sich selbst gerichtet war, stuft selbst Stadelmann als «etwas merkwürdig» ein. Dies dürfte auch die Fifa so sehen. Natürlich habe er mit Hitzfeld nochmals gesprochen, auch wenn nicht speziell über diesen Punkt: «Hitzfeld hat mir seine Position bekannt gegeben, so haben wir das auch in die Stellungsnahme genommen. Ich bleibe dabei, dass es merkwürdig ist, wenn man sagt, man habe den Finger gegen sich selbst gezeigt. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.»

Auf ein internes Verfahren verzichtet der SFV im Moment. Trotzdem liegt es auf der Hand: «Man will solche Szenen nicht sehen. Vor allem nicht von der Nummer 1 der Schweizer Trainer.»

Ottmar Hitzfeld vor dem Spiel gegen Island.

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