EM-Qualifikation: Hitzfeld kritisiert Anspielzeiten der Uefa
Aktualisiert

EM-QualifikationHitzfeld kritisiert Anspielzeiten der Uefa

Damit die Schweizer Nati weiter von der EM 2012 träumen kann, muss sie in Wales gewinnen. Trainer Ottmar Hitzfeld hofft auf Schützenhilfe und meckert gegen die Uefa.

von
Eva Tedesco
Swansea

Der Kickoff zum Spiel der Engländer in Montenegro findet am Freitagabend erst um 21 Uhr statt, während die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld in Swansea schon eine Viertelstunde früher ran muss. «Umgekehrt wäre es mir natürlich lieber gewesen. Vielleicht können wir ja den Anpfiff ein wenig hinauszögern und die Pause verlängern», sagt Hitzfeld rund 24 Stunden vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel der Schweizer gegen Wales im Teamhotel Mariott mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen. «Ich verstehe die Uefa nicht, dass diese letzten Gruppenspiele nicht gleichzeitig angepfiffen werden. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl erwartet.»

Aber die Ausgangslage ist für die Nati sowieso klar: Zwei Runden vor Schluss liegt die Schweiz (Torverhältnis 10:8) drei Punkte hinter Montenegro (5:3) auf Rang 3 in der Gruppe G. Gewinnen beide Mannschaften gleich viele Punkte, genügt der Equipe von Hitzfeld im letzten Spiel gegen Montenegro am kommenden Dienstag in Basel ein 1:0-Heimsieg. Verlieren die Südosteuropäer bei einem gleichzeitigen Sieg der Schweizer, ist wegen der 0:1-Schlappe im Hinspiel auch mindestens ein 1:0 in Basel nötig oder je nachdem bei einem Gegentor der Montenegriner auch ein Sieg mit zwei Toren Differenz.

Hitzfeld glaubt an sein Team

Doch so weit denkt Hitzfeld gar nicht. Schliesslich ist sein Team seit der 0:1-Pleite in Podgorica am 8. Oktober 2010 ungeschlagen und hat nach einem schlechten Start in die EM-Qualifikation die Teilnahme, zumindest an den Barrage-Spielen im November, wieder in eigener Hand. Für Hitzfeld war immer klar, dass die Entscheidung erst ganz am Schluss der Qualifikation fallen würde. «Ich war immer optimistisch, dass wir unsere Chance bekommen werden und habe die Meinung einiger Journalisten nicht vertreten, die uns schon abgeschrieben hatten. Ich habe gewusst, dass es gegen Ende der Qualifikation ‹einfacher› werden wird als zu Beginn. Da wir jetzt auf die Teams treffen, die in unserer Reichweite liegen.»

Zusätzlich rechnet Hitzfeld mit etwas Schützenhilfe der Engländer, die am Freitag in Montenegro spielen. «England kann es sich gar nicht leisten, sich hängen zu lassen. Zudem ist Trainer Fabio Capello auch einer, der immer gewinnen will. Aber wir haben nach unserem England-Spiel immer gesagt, dass wir noch drei Endspiele zu absolvieren haben. Gegen Bulgarien haben wir das erste gewonnen und das wollen wir nun auch gegen Wales.» Aber hoffen auf Schützenhilfe allein reicht Hitzfeld keinesfalls: «Wir wollen unsere Punkte selber holen, dann können wir es auch aus eigener Kraft schaffen und es kommt in Basel zu einem richtigen Endspiel gegen Montenegro.»

Modus EM-Qualifikation

a) höhere Punktzahl aus den Direktbegegnungen

b) bessere Tordifferenz aus den Direktbegegnungen

c) grössere Anzahl erzielter Tore in den Direktbegegnungen

d) grössere Anzahl erzielter Auswärtstore in den Direktbegegnungen

e) Platzierung in der UEFA-Koeffizientenrangliste für Nationalmannschaften

f) Fairplay-Rangliste in den Direktbegegnungen

g) Losentscheid

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