Gesperrte Trainer: Hitzfeld macht es wie die Tribünen-Könige

Aktualisiert

Gesperrte TrainerHitzfeld macht es wie die Tribünen-Könige

Ottmar Hitzfeld sitzt gegen Zypern auf der Tribüne. Er darf auch nicht, wie angenommen, mit seinem Assistenten telefonieren. Dies musste auch schon Arsenal-Coach Arsène Wenger erfahren.

von
fbu

Bis vor Kurzem war Ottmar Hitzfeld noch überzeugt, dass er während seiner Verbannung auf die Tribüne im Spiel gegen Zypern, mit seinem Assistenten per Handy kommunizieren kann. Vergangene Woche meinte er noch: «Die Fifa erlaubt Kontakt, deshalb kann ich mit dem Handy Auswechslungen diktieren oder taktische Anweisungen geben.»

Jetzt stellt sich heraus: Da hat sich Hitzfeld geirrt. Am Montag hat der Schweizer Fussballverband einen Fax der Fifa erhalten, der klar festhalten, dass der Nationaltrainer keinerlei Kontakt zur Ersatzbank aufnehmen darf. Sind wir mal ehrlich, alles andere wäre irgendwie seltsam gewesen – Telefonkontakt während des Spiels hätte die Sperre irgendwie überflüssig gemacht.

Hitzfeld ist nicht alleine

Wie kommt es denn, dass Hitzfeld selbst lange dachte, dass es für ihn erlaubt sei zu telefonieren? Ganz einfach: Das Reglement der Fifa ist in dieser Frage unpräzise. Man werde sich aber an die Vorgaben der Fifa halten, erklärt Peter Stadelmann, der SFV-Nati-Delegierte. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig. Diese Erfahrung musste Arsenal-Trainer Arsène Wenger 2011 in der Champions League machen. Nachdem der Franzose in einer Partie gegen Udinese verbotenerweise seinem Assistenten Instruktionen mit seinem Handy durchgab, kassierte er von der Uefa gleich noch einmal eine Sperre. Die Fifa dürfte im Falle von Hitzfeld bei einem Verstoss ähnlich reagieren.

Und so muss der 64-Jährige die Fäden am Samstag seinem Assistenten Michel Pont überlassen. Aber die Schweizer Nationalmannschaft ist nicht das erste Team, dass mit dieser Situation umgehen muss. Dass Trainer auf die Tribüne verbannt werden, ist keine Seltenheit. Unvergessen bleibt, wie Jogi Löw während der EM 2008 im St. Jakob Park abseits des Spielfeldrandes das Viertelfinal gegen Portugal verfolgte und sich in der Stadion-Loge vor lauter Nervosität eine Zigarette gönnte.

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