Zypern-Aufgebot: Hitzfeld setzt auf FCZ-Power
Aktualisiert

Zypern-AufgebotHitzfeld setzt auf FCZ-Power

Ottmar Hitzfeld verzichtet für das wichtige WM-Qualifikationsspiel gegen Zypern auf Admir Mehmedi und Eren Derdiyok. Der Nati-Trainer bietet dafür Josip Drmic wieder auf.

von
Peter Berger

Ottmar Hitzfeld setzt für das WM-Qualifikationsspiel vom 8. Juni in Genf gegen Zypern auf die FCZ-Offensive. Mario Gavranovic und Josip Drmic kehren in die Nati zurück, nachdem sie zuletzt gefehlt hatten. «Die beiden harmonieren gut und befinden sich mit dem FCZ in einem Hoch», lobt der Coach die beiden Zürcher.

Die Ausbeute von Gavranovic mit vier Toren in sechs Einsätzen spricht für sich. Aber auch von Drmic ist Hitzfeld sehr angetan. «Er kann auf verschiedenen Positionen zur Geltung kommen. Wir wollen gegen Zypern rochieren und flexibel agieren, deshalb passt er gut zu uns. Wir brauchen schnelle und bewegliche Spielertypen, damit wir das Abwehr-Bollwerk Zypern knacken können.»

Shaqiri in der Offensive gesetzt

Eine Garantie für die Startelf gibt Hitzfeld indes weder Gavranovic noch Drmic. Bayerns Xherdan Shaqiri ist für den Trainer der einzige gesetzte Spieler in der Offensivabteilung. «Ich will zuerst die Trainingseindrücke abwarten. Zudem habe ich mich auch noch nicht entschieden, ob wir im 4-4-2-System oder im 4-2-3-1-System spielen werden.»

Klar ist, dass Hitzfeld im Tor Diego Benaglio nominieren wird, dazu dürfte das bewährte Abwehrduo in der Innenverteidigung wie bisher Johan Djourou / Steve von Bergen heissen. «Sie haben zumindest Vorteile», sagt Hitzfeld. «Die Nase vorn» hat zudem Valentin Stocker auf der linken Seite gegenüber Tranquillo Barnetta, der bei Schalke kaum zum Einsatz kam. Der Trainer hat den St. Galler trotzdem aufgeboten. «Tranquillo ist ein wichtiger Führungsspieler im Team – auch neben dem Platz.»

Was passiert mit Inler?

Gleiches attestiert Hitzfeld Captain Gökhan Inler. Aber der Mittelfeldpuncher hat zuletzt seinen Stammplatz bei Napoli an die Landsleute Blerim Dzemaili und Valon Behrami verloren. Hitzfeld schliesst nicht aus, dass dieses Duo Inler auch im Nationalteam verdrängt. «Natürlich ist Gökhan als Captain mein erster Ansprechpartner und geniesst einen hohen Stellenwert. Aber am Ende entscheidet immer bei allen die Leistung.»

Über die Klinke springen musste diesmal ein Quartett. Pirmin Schwegler hat Hitzfeld um eine Pause gebeten. Der Frankfurt-Captain will eine Adduktorenverletzung auskurieren lassen. Sions Gelson Fernandes berücksichtigte Hitzfeld nicht wegen den Unruhen im Klub. «Ihm hätte man mit einem Aufgebot bei der derzeitigen Verunsicherung im Klub keinen Gefallen gemacht.»

Keine Chance für Derdiyok

Bei Admir Mehmedi hat der Coach zwar ein paar Einsätze in Kiew festgestellt, Drmic aber den Vorzug gegeben. Und Eren Derdiyok wäre für Hitzfeld nur zum Thema geworden, «wenn er in der Barrage gegen Kaiserslautern zweimal gespielt hätte.» Der Stürmer gehörte indes nicht einmal zum Kader von Hoffenheim, obwohl er seit zehn Tagen wieder voll trainiert. «Aber ohne Spielpraxis kann ich ihn nicht aufbieten.»

Nach dem 0:0 im Hinspiel hat Hitzfeld nun gegen die Zyprioten drei Punkte budgetiert. «Diese brauchen wir, wenn wir nach Brasilien wollen. Einen Fehltritt können wir uns nicht noch einmal erlauben.» Hitzfeld verbüsst in Genf seine zweite Sperre, nachdem er im Spiel gegen Norwegen dem Schiedsrichter den Mittelfinger gezeigt hatte. Anders als auf Zypern, als er das Spiel im Hotel am TV verfolgte, will der Coach diesmal ins Stadion kommen. «Ich werde etwas ändern und die Mannschaft wie ein Fan auf der Tribüne unterstützen.»

Aufgebot gegen Zypern:

Tor: Benaglio, Sommer, Wölfli.

Verteidigung: Djourou, Klose, Lichtsteiner, Rodriguez, Senderos, Von Bergen, Ziegler.

Mittelfeld und Sturm: Barnetta, Behrami, Drmic, Dzemaili, Emeghara, Gavranovic, Inler, Seferovic, Shaqiri, Stocker, Xhaka.

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