Aktualisiert 24.02.2014 22:12

Nacht im Gefängnis

Hitzfeld verlangt Erklärung von Seferovic

Seine eigene Geburtstags-Party endete für Nati-Star Haris Seferovic auf dem Polizei-Revier. Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld verlangt eine Erklärung.

von
Sandro Compagno

Der Vorfall ereignet sich in der Nacht auf Sonntag in der Altstadt von San Sebastian. Stunden nach dem sensationellen 3:1 gegen den FC Barcelona feiert Haris Seferovic in einer Bar in der Altstadt von San Sebastian seinen 22. Geburtstag. Seine Freundin Almedina ist dabei, ausserdem sind Freunde angereist. In den frühen Morgenstunden soll es gemäss der spanischen Sportzeitung «As» zu einer hitzigen Diskussion zwischen Seferovic und seiner Almedina gekommen sein. Dabei habe der Fussballer seine Freundin «geschubst».

Ein Stadtpolizist in Zivil beobachtet die Szene und nimmt Seferovic kurzerhand mit aufs Polizeirevier. Dieser habe sich laut «As» zunächst gewehrt, sich dann aber widerstandslos abführen lassen. Seine Freundin begleitet ihn. Vor dem Richter bekräftigen beide, dass es sich um einen zwar lautstarken, aber ganz normalen Streit gehandelt habe, wie er in Beziehungen nun mal vorkomme. Eine Anzeige wurde nicht erhoben, das Paar darf gehen.

Bei Seferovics Arbeitgeber stösst die Eskapade auf wenig Begeisterung. In einem knappen Statement lässt Real Sociedad verlauten, man habe eine interne Untersuchung eröffnet: «Real Sociedad bedauert, dass einer seiner Spieler in eine derartige Angelegenheit involviert ist.» Seferovic hat in 19 Meisterschaftsspielen für Real Sociedad zwei Tore geschossen. Zuletzt war er oft Ersatz, auch beim 3:1 gegen Barcelona.

Telefonat mit Hitzfeld

Mit einem Stirnrunzeln hat auch Ottmar Hitzfeld auf die Nachricht aus dem Baskenland reagiert. Der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft gilt als Verfechter strikter Disziplin. Hitzfeld hat Seferovic am Montag angerufen und ihm den unmissverständlichen Auftrag gegeben, mit seinem Klub-Trainer Jagoba Arrasate das Gespräch zu suchen und ihm das Ergebnis der Unterredung zu rapportieren. In acht Tagen startet die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft mit einem Test gegen Kroatien in das WM-Jahr. Am Donnerstag gibt Hitzfeld das Kader bekannt. Ob auch der Name «Haris Seferovic» auf der Liste steht, ist noch offen.

Nicht die erste Aktion

Sein lautstarker und offenbar handgreiflicher Streit mit Freundin Almedina ist nicht die erste Aktion des U17-Weltmeisters von 2009, die im Baskenland für Stirnrunzeln sorgt. Da war ein Bild auf Social Media, das den Stürmer mit einer Flasche Whisky zeigte, und ein weiteres Foto, zufrieden lächelnd mit Almedina, unmittelbar nach einem 1:4 gegen Barcelona. Kurz darauf löschte Seferovic seinen Twitter-Account. Nicht löschen liess sich eine Geste gegenüber den eigenen Fans: Nachdem er im November bein 5:0 gegen Osasuna getroffen hatte, führte Seferovic den Zeigefinger vor seine Lippen – als ob er die eigenen Fans zum Schweigen bringen wolle. Schlechte PR in eigener Sache.

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