Aktualisiert 09.08.2011 17:27

Test-LänderspielHitzfeld will den Umbruch weiterführen

Das Freundschafts-Länderspiel am Mittwoch gegen Liechtenstein stellt für die junge Schweizer Fussball-Nati eine Chance dar. Es birgt aber auch Gefahr.

von
Eva Tedesco
Ottmar Hitzfeld will gegen Liechtenstein einen Sieg. (Bild: Keystone/AP)

Ottmar Hitzfeld will gegen Liechtenstein einen Sieg. (Bild: Keystone/AP)

Die Schweizer Bilanz gegen den «Fussballzwerg» Liechtenstein ist bisher makellos. Sechs Begegnungen gegen die «Ländle-Kicker» hat die Nationalmannschaft allesamt gewonnen und bei 16 erzielten Toren noch keinen Gegentreffer erhalten. Nur im Juni 2004 schrammte das damalige Team vor der EM in Portugal knapp an einer Blamage vorbei. Daniel Gygax rettete die Nati mit seinem Siegtreffer in der Nachspielzeit vor einer peinlichen Niederlage.

Erfreulicher ist die Bilanz im letzten Aufeinandertreffen mit dem Team des Schweizer Trainers Hanspeter «Bidu» Zaugg. Die Schweiz gewann am 30. Mai 2008 beim Eröffnungsspiel der AFG-Arena in St Gallen 3:0. Alex Frei erzielte seine Nati-Treffer 34 und 35 und löste Kubilay Türkyilmaz als Schweizer Rekord-Torschütze ab. Der Nati-Topskorer (42 Tore) hat inzwischen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft gegeben. Wie nach der WM 2010 auch Christoph Spycher, Benjamin Huggel, Marco Streller, Blaise Nkufo, Ludovic Magnin und Stéphane Grichting. Zudem muss Hitzfeld für den Test in Vaduz auf erfahrene Spieler wie Tranquillo Barnetta und Valentin Stocker (beide verletzt) verzichten. Valon Behrami hat der Deutsche nicht aufgeboten, weil der Fiorentina-Söldner im nächsten EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien im September gesperrt ist.

Die Jungen sollens richten

So hat Hitzfeld im 19-Mann-Kader für Liechtenstein neun U21-Internationale aufgeboten, die zuletzt an der Europameisterschaft in Dänemark sensationell hinter Spanien Zweite geworden waren. Zudem erhält Freiburg-Verteidiger Beg Ferati eine Chance in der A-Nati. Für Gaetano Berardi (Brescia), Timm Klose (Nürnberg) und Ferati ist es das erste Aufgebot. Fabian Lustenberger (Hertha), ein weiterer Neuling, war bereits im Oktober 2008 einmal nominiert, wurde dann aber für das Spiel der U21 abgegeben, das am gleichen Tag stattfand.

«Wir wollen den Umbruch, den wir vor dem Spiel gegen England begonnen haben, weiterführen», so Hitzfeld. Einen Tag vor dem Spiel in Vaduz ist punkto Aufstellung für den Nati-Coach aber noch vieles unklar. Sicher ist, dass Eren Derdiyok als vorderster Mann und Admir Mehmedi als hängende Spitze agieren werden. Für Derdiyok, der eine gute Vorbereitung gemacht hat und in Leverkusen auf sehr gutem Weg zum Stammspieler ist, sei es die Chance, sich zu zeigen, nachdem er lange im Schatten des Duos Streller/Frei ein Joker-Dasein geführt hat. Er soll sich in der Nati zum Leistungsträger entwickeln. Hitzfeld: «Ich setze auf Derdiyok und schenke ihm das Vertrauen». Bei Mehmedi will der Nati-Coach sehen, wie sich der Spieler entwickelt. Auf jeden Fall bieten sich ihm so weitere Alternativen, denn der FCZ-Stürmer kann beides spielen: In der Spitze oder dahinter.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Hitzfeld wünscht sich hohe Konzentration gegen Liechtenstein, das schon für andere Teams zum Stolperstein geworden ist. Hitzfeld nennt als Beispiel Portugal, das im Ländle nicht über ein Remis hinauskam. Und Hitzfeld will damit fortfahren, was beim Punktgewinn im Wembley im Juni begonnen hat: Fortschritte im spielerischen Bereich, Zielstrebigkeit und der Hunger nach Erfolg. «Achtzig Prozent reichen nicht gegen Liechtenstein.» Hitzfeld will den letzten Test vor dem Bulgarien-Spiel gewinnen, auch wenn das Resultat für ihn zweitrangig bleibt. «Wir brauchen solche Spiele, um uns zu entwickeln, um Erfahrung zu sammeln und um Fortschritte zu machen.»

Das Spiel bietet den Jungen eine Chance, aber auch Gefahren. «Der Druck ist viel grösser gegen Liechtenstein. Gegen England hatten die Jungen nichts zu verlieren. Am Mittwoch geht die Schweiz aber als Favorit ins Spiel und jetzt müssen wir diese Leistung als Favorit wiederholen.» Denn auch gegen Liechtenstein wird die Nati am Resultat gemessen.

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