Drei Punkte gegen Wales: Hitzfelds letzte «Schangs»
Aktualisiert

Drei Punkte gegen WalesHitzfelds letzte «Schangs»

Auf das Spiel der letzten Chance folgt das Spiel der allerletzten Chance. Die Nati muss Wales besiegen. Es geht auch um den Job des Trainers.

von
Sandro Compagno/Andy Huber
«Realistische Chance auf Platz 2»: Ottmar Hitzfeld im gestrigen Training der Nati in Freienbach.

«Realistische Chance auf Platz 2»: Ottmar Hitzfeld im gestrigen Training der Nati in Freienbach.

Wenn Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld von einer Chance spricht, dann sagt der Lörracher «Schangs». Und so sagte er unmittelbar nach dem 0:1 gegen Montenegro fast trotzig: «Wir haben immer noch eine realistische ‹Schangs› auf Platz 2.» Rein rechnerisch mag der Mathematiker Hitzfeld recht haben, doch der freudlose Auftritt seiner Nati in Podgorica gibt Anlass zu Zweifeln.

Der Druck auf Hitzfeld wächst. Peter Stadelmann, der Delegierte der Nationalmannschaft, hat es am Freitag in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» gesagt: «Wir haben eine professionelle Struktur, die auch sehr viel Geld kostet. Allein aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir bei grossen Endrunden immer dabei sein.» Sportlich wäre es nichts weiter als normal, dass ein kleines Fussballland wie die Schweiz nach vier Endrunden (EM 2004, WM 2006, EM 2008, WM 2010) wieder einmal ein grosses Turnier verpasst. Doch der Kampf um die Euro 2012 in Polen und der Ukraine ist für den Schweizerischen Fussballverband (SFV) auch ein Kampf um viel Geld. 8 Millionen Franken beträgt das Budget der Nati. Knapp 4 Millionen Franken hat die WM 2010 in Südafrika dem SFV eingebracht, die EM 2012 dürfte sich wohl in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Fehlen diese Millionen, muss gespart werden. «Beispielsweise in der Nachwuchsarbeit», präzisiert Stadelmann gegenüber 20 Minuten. Viel Geld kostet auch Hitzfeld: Der Welttrainer 1997 und 2002 verdient siebenstellig. Ein Scheitern gäbe es auch billiger.

SFV-Präsident Peter Gilliéron schloss gegenüber der «NZZ am Sonntag» eine vorzeitige Vertragsauflösung im Falle eines neuerlichen Misserfolges gegen Wales nicht kategorisch aus. Morgen in Basel geht es auch um Hitzfeld.

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