6, 8 oder 10?: Hitzfelds Zahlenspiele mit Xhaka
Aktualisiert

6, 8 oder 10?Hitzfelds Zahlenspiele mit Xhaka

Das Länderspiel gegen Rumänien hat vor allem eines gezeigt: Am Schweizer Granit Xhaka als Regisseur führt kein Weg vorbei.

von
Sandro Compagno
In der Nati offensiver als im Klub: Granit Xhaka im Laufduell mit dem Rumänen Daniel Niculae.

In der Nati offensiver als im Klub: Granit Xhaka im Laufduell mit dem Rumänen Daniel Niculae.

In einer idealen Welt, da gibt es keine Kriege, da werden alle Menschen satt, da hat in der S-Bahn jeder einen Sitzplatz und da spielen Fussballer im Klub auf derselben Position wie in der Nationalmannschaft. Ottmar Hitzfeld lebt nicht in einer idealen Welt, schon gar nicht als Trainer der Schweizer Nati einen Tag nach einem 0:1 gegen Rumänien.

Alternativen gesucht

Weil der hochbegabte Granit Xhaka, im Klub nicht als Nummer 10, also in der offensiven Schaltzentrale hinter der Sturmspitze, spielt, sondern als Nummer 6 oder 8, also in der defensiven Knautschzone vor der Abwehr, sucht Hitzfeld nach Alternativen.

Die Frage von 20 Minuten, ob er Xhaka auch in der Nati vor der Abwehr sieht, beantwortete der Nati-Coach gestern mit einer Gegenfrage: «Wen soll ich hinter Derdiyok aufstellen?» Am Dienstag durfte sich Mehmedi versuchen und fiel durch. Barnetta und Shaqiri bringen auf den Aussen­bahnen mehr, Stocker auch. Hitzfeld unterhält sich oft mit Xhakas neuem Trainer Lucien Favre über den Mann, der bei Borussia Mönchengladbach einen wohl noch defensiveren Part als zuletzt beim FC Basel übernehmen soll: «Auch ich sehe seine Position längerfristig als Nummer 6 oder 8. Aber jetzt muss er uns als Zehner helfen.»

Hochintelligent mit guter Übersicht

Hitzfeld braucht den 19-Jährigen «in der roten Zone» hinter der einzigen Sturm­spitze Derdiyok. Es ist eine Position, für die Xhaka zu langsam ist, aber Hitzfelds Suche nach Alternativen verlief ergebnislos: «Xhaka hat ja in der Jugend als Zehner gespielt. Er ist ein hochintelligenter Fussballer mit einer super Übersicht. Er kann das.» Derdiyok als Torjäger ganz vorne. Xhaka als Ideengeber dahinter. Will die Schweiz 2014 an die WM nach Brasilien, führt an diesem Offensivduo kein Weg vorbei.

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