AIDS-HILFE auf Afrikanisch: «HIV und misshandelt von Familie oder Freunden?»
Aktualisiert

AIDS-HILFE auf Afrikanisch«HIV und misshandelt von Familie oder Freunden?»

In Südafrika ist jeder Achte Träger des HI-Virus. Eine neue Kampagne nutzt jetzt die Handyaffinität ihrer Mitbürger, um zu helfen, und verschickt Botschaften via SMS.

von
Runa Reinecke

Obwohl von 47 Millionen Südafrikanern nahezu sechs Millionen Menschen Träger des HI-Virus sind, ist das Thema AIDS ein grosses Tabu. Denn besonders männliche Betroffene leiden unter den Folgen wie Arbeitslosigkeit und Armut. Das öffentliche Gesundheitssystem kann laut «pressetext.at» kaum die grosse Anzahl von Infizierten und an AIDS Erkrankten versorgen. Medikamente sind teuer und deshalb Mangelware.

Mit SMS-Nachrichten gegen das Virus

Umso wichtiger ist die Prävention. Um die Bevölkerung besser über das Ansteckungsrisiko aufklären zu können, macht sich das HIV-Projekt «Masiluleke» (Zulu-Bezeichnung für «Hoffnung und Rat») jetzt die Mobilfunkaffinität der Südafrikaner für eine grosse Kampagne zu Nutze. Immerhin besitzt 90 Prozent der Bevölkerung ein Handy. Per SMS versendet die «Masiluleke»-Zentrale deshalb Millionen von SMS. Die Empfänger finden daraufhin Botschaften wie «Bitte um Rückruf» oder «HIV und misshandelt von deiner Familie oder Freunden? Wende dich für vertrauliche Beratung an die AIDS-Helpline.» Jede Nachricht enthält eine Nummer, die bei Rückruf eine kostenlose, telefonische Beratung ermöglicht.

Ein Schweizer Modell?

Wäre diese Kampagne nicht auch für die Schweiz denkbar? «Ein tolles Projekt», findet Thomas Lyssy, Mediensprecher der AIDS-Hilfe Schweiz. Er sieht Probleme in der Kompatibilität: «Diese Kampagne entspricht sicher den Bedürfnissen der Südafrikaner. In der Schweiz haben wir eine ganz andere Gesundheitssituation. Deshalb wäre die SMS-Aktion in dieser Form hier nicht umsetzbar.»

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