St.Gallen : Hobby-Rennfahrerin bringt Raser zur Strecke
Aktualisiert

St.Gallen Hobby-Rennfahrerin bringt Raser zur Strecke

Lisa Keller, eine 28-jährige Staatsanwältin aus St.Gallen, sagt Rasern den Kampf an. Und das, obwohl die Juristin selbst bekennende Amateur-Rennfahrerin ist.

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juu
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Die junge St.Galler Staatsanwältin Lisa Keller macht Jagd auf Raser.

Die junge St.Galler Staatsanwältin Lisa Keller macht Jagd auf Raser.

privat
Und das obwohl die Ostschweizerin selbst ein Faible für schnelle Autos hat. Hier posiert die damals 24-jährige Keller vor ihrem Nissan Skyline GTR R34. (Tuning-Treff Gossau 2015)

Und das obwohl die Ostschweizerin selbst ein Faible für schnelle Autos hat. Hier posiert die damals 24-jährige Keller vor ihrem Nissan Skyline GTR R34. (Tuning-Treff Gossau 2015)

mlü
Keller hat keine Nähe zur Raser-Szene und zeigt wenig Verständnis für die Festgenommenen: «Raserei gemäss Strassenverkehrsgesetz ist ein Verbrechen und gehört hart bestraft.»

Keller hat keine Nähe zur Raser-Szene und zeigt wenig Verständnis für die Festgenommenen: «Raserei gemäss Strassenverkehrsgesetz ist ein Verbrechen und gehört hart bestraft.»

mlü

Der 8. Januar 2019 war ein schwarzer Tag für die Schweizer Raserszene. Im Zuge einer grossen interkantonalen Razzia wurden 21 Raser aus den Kantonen Zürich, Thurgau und St.Gallen festgenommen. Massgeblich an den Verhaftungen beteiligt war auch Lisa Keller. Die junge Ostschweizerin ist Staatsanwältin und gemäss der «NZZ am Sonntag» auch bekennende Hobby-Rennfahrerin.

So besitzt die Juristin etwa einen umgebauten, 800 PS starken Nissan Skyline GTR R34, mit dem sie in der Freizeit Pisten wie den Nürburgring unsicher macht. «Ich fahre seit mehreren Jahren Autorennen auf diversen dafür konzipierten Rennstrecken in Europa», so Keller. Auf die Strasse darf sie mit ihrem Auto aber nicht. Zur Arbeit fahre sie daher mit dem Zug. Nebst ihrem Hobby sitzt Keller aber auch im Verwaltungsrat der KLM Sportscars AG in Gossau. Die Firma ist auf den Import und die Zulassung von japanischen Sportwagen spezialisiert.

«Es ist ein Verbrechen und gehört hart bestraft»

Die 28-Jährige steht seit März 2018 der Verkehrsgruppe im Untersuchungsamt St.Gallen vor. Ihre Hauptaufgabe ist es, Verkehrssünder zu verfolgen. Deshalb sitzen einige der sieben festgenommenen mutmasslichen Raser einer jungen Staatsanwältin gegenüber, bei der sie sich ihre Argumentation wohl zweimal überlegen sollten. Keller hat keine Nähe zur Raser-Szene und zeigt wenig Verständnis für die Festgenommenen: «Raserei gemäss Strassenverkehrsgesetz ist ein Verbrechen und gehört hart bestraft.»

Für die junge Staatsanwältin sind Rennfahrer und Raser zwei Paar Schuhe. «Hobby-Rennfahrer fahren auf einer dafür konzipierten Rennstrecke mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen wie Kiesbett, Aufprallschutz und Auslaufflächen», erklärt Keller. Auch seien sich sämtliche Rennfahrer, die an einem Rennen teilnehmen, der Gefahren und Risiken bewusst, denen sie sich aussetzten. Ausserdem zieht Keller klare Grenzen: «Autorennfahren ist mein Hobby. Staatsanwältin ist mein Beruf», sagt sie gegenüber 20 Minuten.

Wegen Handyvideos aufgeflogen

Die 21 Männer im Alter von 21 bis 38 Jahren wurden am 8. Januar verhaftet. Ihnen werden Raserdelikte vorgeworfen. Ein Kollege von vier der 21 verhafteten Männer gab gegenüber 20 Minuten an: «Sie sind wegen Handyvideos und Whatsapp-Verläufen aufgeflogen.» So gebe es eine Aufnahme davon, wie einer seiner Freunde in einer 80er-Zone mit über 200 km/h unterwegs gewesen sei, so der 23-Jährige.

Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren

Raser müssen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren rechnen. Der Fahrausweis wird für mindestens zwei Jahre entzogen. Wiederholungstäter müssen diesen für immer abgeben. Auch werden Raser mit hohen Bussen belegt. Ein so genanntes Raserdelikt liegt vor, wenn die vorgeschriebene Geschwindigkeit wie folgt überschritten wird:

- mindestens 40 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 30 km/h beträgt;

- mindestens 50 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 50 km/h beträgt;

- mindestens 60 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 80 km/h beträgt;

- mindestens 80 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit mehr als 80 km/h beträgt

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