Aktualisiert 11.10.2017 09:22

Henau SGHobbykicker muss nach Horror-Foul vor Gericht

Weil ein Torwart des FC Wil seinen Gegner heftig umgrätschte und dabei schwer verletzte, muss er vor Gericht. Der Schiedsrichter hatte die Aktion nur mit der gelben Karte bestraft.

von
viv
1 / 3
Hier auf dem Sportplatz Lohäcker in Henau ...

Hier auf dem Sportplatz Lohäcker in Henau ...

Stades.ch
... kam es Ende Mai 2016 zum Horror-Foul.

... kam es Ende Mai 2016 zum Horror-Foul.

Stades.ch
Der Wiler Torwart musste sich vor Gericht verantworten.

Der Wiler Torwart musste sich vor Gericht verantworten.

Stades.ch

Schauplatz war das Fussballfeld in Henau, wo im Mai 2016 ein Amateurspiel der 4. Schweizer Fussballliga stattfand. Die 2. Mannschaft des FC Henau traf auf das Breitensportteam des FC Wil. Als bei einem zügigen Angriff ein Henauer Stürmer alleine vor dem Wiler Torwart stand, kam es zu einem Horror-Foul, das nun ein Nachspiel vor Gericht hat.

Halbhoch umgegrätscht

Wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet, war der Mann zwischen den Pfosten mit den Füssen voraus in Richtung Gegenspieler gesprungen. Dieser habe noch versucht, dem Zusammenprall auszuweichen – vergeblich: Der Torwart grätschte dem Angreifer halbhoch in die Knie. Eine Zeit lang sei noch das Stollenprofil auf der Haut des verletzten Spielers zu sehen gewesen. Der Schiedsrichter gab Penalty und zeigte dem Übeltäter nur die gelbe Karte.

Der gefoulte Spieler zog sich beim Aufprall eine Spalt- und Impressionsfraktur am rechten Knie zu. In der Folge wurde ein Strafverfahren gegen den Goalie eingeleitet.

Geldstrafe und Busse gefordert

Nun steht am Mittwoch die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Wil an. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Geldstrafe von 300 Franken bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Hinzu kommen eine Busse von 100 Franken plus Gebühren von rund 550 Franken. «Durch eine andere Abwehraktion, namentlich durch Hineinrutschen mit den Händen voran, durch Hineinrutschen mit dem Fuss am Boden oder durch Zulassen eines Tores, wäre die Verletzung vermeidbar gewesen», zitiert das «Tagblatt» aus der Anklageschrift. Allfällige Forderungen des Opfers würden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

Ähnlicher Fall in der Super League

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Foulspiel die Strafjustiz beschäftigt. 2014 foulte der damalige Aarau-Profi Sandro Wieser den ehemaligen Zürcher Mittelfeldspieler Gilles Yapi. Der Gefoulte erlitt schwere Knieverletzungen und fiel danach monatelang aus. Der FC Zürich reichte in Absprache mit Yapi bei der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau Strafanzeige wegen schwerer Körperverletzung gegen Wieser ein. Per Strafbefehl wurde Wieser im Mai 2015 zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen und einer Busse von 10'000 Franken verurteilt. Wieser und sein Anwalt legten Einsprache ein. Der FCZ liess die Anzeige in der Folge fallen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.