Aktualisiert 17.04.2018 15:45

FlugsimulatorHobbypiloten dürfen auf 24'000 Flughäfen landen

In Münchenwiler BE gibt es seit Kurzem einen der wenigen Flugsimulatoren, die man auch als Laie bedienen darf. 20 Minuten hat ihn getestet.

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ber

Werfen Sie einen Blick in den Flugsimulator von Simland. (Video: ber)

Was wollten Sie als Kind werden? Pilot? Nun können Sie sich diesen Wunsch erfüllen; auf jeden Fall für einen Nachmittag. In Münchenwiler bei Murten bietet seit letztem Samstag die Simland AG einen der wenigen Flugsimulatoren an, die nicht für die Pilotenausbildung da sind, sondern einfach spasseshalber.

Obschon, um einfach nur zum Spass zu fliegen, ist der Aufwand zu gross. Etwas Flug-Affinität gehört auch dazu. Dies und das muss eingestellt werden, damit der virtuelle Flug so realistisch wie möglich erscheint. Als Teststrecke für 20 Minuten hat Erfinder und Erbauer des Simulators Urs Staub einen Inlandflug zwischen Zürich und Genf ausgewählt. «Das Wetter ist übrigens live», verrät der 59-Jährige, aber es sei auch möglich, die Witterung selbst zu bestimmen.

«Die Kaffeetassen stehen nicht mehr»

Als die Startphase abgeschlossen und die Flughöhe erreicht ist, darf der Journalist am Steuerknüppel selbst Hand anlegen. Dies geht einige Zeit gut und Staub lobt sogar, den könne man anstellen. Doch dann: Ein etwas ungelenkes Wendemanöver, um in der Fluglinie zu bleiben und Co-Pilot Staub meint trocken: «Nun würden wohl im Passagierberiech nicht mehr alle Kaffeetassen stehen.»

Schon vor 20 Jahren war Staub, der von Beruf Elektroniker ist, fasziniert von Flugzeugen: «Damals habe ich mir den ersten Microsoft-Flugsimulator für zuhause geleistet», erinnert er sich. Später sei er mehrmals nach Berlin geflogen, um im Simulator der Lufthansa seine Erfahrungen zu sammeln.

Zwei Stunden für Testflug angestanden

Vor einem Jahr dann der Entschluss: Urs Staub baut in Eigenregie einen Flugsimulator, der auf dem Airbus A320 basiert. «Die meisten Teile sind gute Replikate, doch es hat auch Originalstücke dabei.» Mittlerweile ist der Flugzeugfan Verwaltungsratspräsident der Simland AG, die den Flugsimulator betreibt.

Investiert hat Staub 200'000 Franken in die Software und den Bau. Der Simulator verfügt über die Möglichkeit, 24'000 verschiedene Flughäfen weltweit anzufliegen.

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Urs Staub (59) baute in Eigenregie einen Flugsimulator, der auf dem Airbus A320 basiert. Der gelernte Elektroniker: «Die meisten Teile sind gute Replikate, doch es hat auch Originalstücke dabei.»

Urs Staub (59) baute in Eigenregie einen Flugsimulator, der auf dem Airbus A320 basiert. Der gelernte Elektroniker: «Die meisten Teile sind gute Replikate, doch es hat auch Originalstücke dabei.»

ber
Der Kunde kann zwischen 24'000 Flughäfen für Start und Landung auswählen.

Der Kunde kann zwischen 24'000 Flughäfen für Start und Landung auswählen.

ber
Die Anlage wird für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen.

Die Anlage wird für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen.

ber

Die Überlebenschance des noch jungen Unternehmens Simland schätzt Staub gut ein. «Im Mittelland gibt es kein einziges vergleichbares Angebot. Wir werden bestimmt Kundschaft haben.» Schon beim Tag der offenen Tür seien die Leute teilweise zwei Stunden angestanden, um einen kurzen Testflug zu absolvieren.

Dass der Simulator auch den Profi zu beeindrucken vermag, ist übrigens bestätigt. Staub: «Der Vermieter der Räume ist Pilot und hat uns bei der abschliessenden Feinabstimmung geholfen. Am Ende stimmte sogar für ihn alles.»

Ab 139 Franken darf jeder Hobbypilot für mindestens eine Stunde im Cockpit Platz nehmen. Mehr Infos unter www.simland.ch

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