Hand-Fuss-Mund-Krankheit: Hoch ansteckendes Virus grassiert unter Kindern
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Hand-Fuss-Mund-KrankheitHoch ansteckendes Virus grassiert unter Kindern

Die Zahl der Kinder, die an der Hand-Fuss-Mund-Krankheit leiden, steigt im Kanton Baselland rasant. In Südostasien forderte das Virus sogar Tote.

von
blu
Die Hand-Fuss-Mund-Krankheit ist hoch ansteckend.

Die Hand-Fuss-Mund-Krankheit ist hoch ansteckend.

Weil im Baselbiet eine hoch ansteckende Kinderkrankheit ausgebrochen ist, müssen immer mehr Kinder wegen des hohen Infektionsrisikos Kindertagesstätten fernbleiben. Die weit verbreitete Virenerkrankung namens Hand-Fuss-Mund-Krankheit, von der meist unter Zehnjährige betroffen sind, ist laut Basler Zeitung seit August 2013 in epidemieartigen Wellen ausgebrochen. In Teilen Asiens sei es seit 2010 zu über 150 Todesfällen gekommen.

Die weit verbreitete Virenerkrankung, die zu ähnlichen Symptomen wie bei der Maul-und-Klauen-Seuche führt, hat verschiedene Erreger. Vorwiegend wird sie durch Enteroviren verursacht. In der Schweiz verläuft die Krankheit zwar in den meisten Fällen harmlos, im westpazifischen Raum, unter anderem in Vietnam, hatte die Krankheit aber schon schwerwiegendere Folgen: Im Jahr 2011 wurden dort mehr als 110'000 Menschen infiziert, 166 von ihnen starben an der Hand-Fuss-Mund-Krankheit. Fast alle Opfer waren Kinder unter sechs Jahren. Diese gelten als besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht ganz ausgebildet ist.

«Verbreitungsgebiet ist viel grösser»

Wie viele Kinder in der Schweiz bisher an HFM erkrankt sind, kann nicht festgestellt werden, da es sich laut Bundesamt für Gesundheit um keine meldepflichtige Krankheit handelt. Die Kantone müssen dem BAG die Krankheitsfälle daher nicht bekannt geben. Dominik Schorr, Kantonsarzt Baselland, weiss aber von mehreren Dutzend Fällen. Vier Kindertagesstätten haben sich direkt bei ihm gemeldet. «Es dürften aber viel mehr Kinder betroffen sein.»

Nach seinem Wissensstand sei die Krankheit auch in anderen Kantonen aufgetreten, mindestens in Solothurn und Basel-Stadt. «Ich gehe davon aus, dass das Verbreitungsgebiet noch viel grösser ist», so Schorr. Im Kanton Basel-Stadt wurden gemäss Kantonsarzt Thomas Steffen Fälle von HFM gemeldet: «Wir hatten drei Meldungen in sechs Monaten. Zudem wurde unser Merkblatt auf dem Internet in den letzten Monaten viel häufiger heruntergeladen.»

Krankheit ist hoch ansteckend

Auch im Kinderspital Zürich werden Kinder mit der Hand-Fuss-Mund-Krankheit gesehen: «Betroffen sind meist Babys mit hohem Fieber, das schliesslich auf eine solche Infektion zurückzuführen ist», sagt Christoph Berger,

Co-Leiter der Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene der Universitäts-Kinderkliniken Zürich. Jedoch sei es noch nie zu einem Todesfall infolge dieses Virus gekommen, da die Virentypen verschieden sind und es sich in der Schweiz um ein weniger aggressives Virus handelt als in Vietnam.

Eine Übertragung der Erreger der Hand-Fuss-Mund-Krankheit erfolgt von Mensch zu Mensch und kann gemäss Merkblatt des Kinder- und Jugendgesundheitsdiensts Basel-Stadt durch Speichel oder Wundsekret weitergegeben werden. Es ist auch eine «fäkal-orale» Ansteckung möglich, also anhand einer Infektion durch Stuhl von erkrankten Personen. Dabei kann das Virus durch unzureichende Händehygiene nach einem Toilettenbesuch über den Mund aufgenommen werden.

Händewaschen bietet einzigen Schutz

Die ersten Symptome sind Fieber, Übelkeit, Angeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Danach bilden sich im Mund Bläschen und Geschwüre. Auch an den Handinnenflächen und Fusssohlen bildet sich Ausschlag. Normalerweise klingen die Symptome nach einer Woche wieder ab. Lebensgefahr besteht aber, wenn Lungenblutungen oder eine Hirnhautentzündung auftreten. Die häufigste Todesursache ist ein Lungenödem, bei dem das Austreten von Blut die Aufnahme von Sauerstoff verhindert.

Gegen das Virus gibt es keine Impfung. Den einzigen Schutz bieten Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen und die Vermeidung von Kontakt mit Erkrankten.

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