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Über 30 Grad im SüdenHoch Dana bringt den Sommer zurück – aber aufgepasst beim Baden

Man glaubt es kaum, aber die Sonne scheint und es ist tatsächlich schön. Und das fast die ganze Woche. Wer nun in die Seen und Flüsse springen will, sollte aber vorsichtig sein.

von
Marcel Urech
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Das Foto zeigt Jugendliche, die in die Aare springen. Solche Bilder will die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft aktuell nicht sehen. «Geht nicht in die Nähe von Gewässern», warnt ein Mediensprecher.

Das Foto zeigt Jugendliche, die in die Aare springen. Solche Bilder will die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft aktuell nicht sehen. «Geht nicht in die Nähe von Gewässern», warnt ein Mediensprecher.

20min/Simon Glauser
Die Menschen wird es wohl trotzdem bald wieder in die Nähe der Schweizer Gewässer ziehen, wie hier im Berner Freibad Marzili beim Sommeranfang im letzten Jahr.

Die Menschen wird es wohl trotzdem bald wieder in die Nähe der Schweizer Gewässer ziehen, wie hier im Berner Freibad Marzili beim Sommeranfang im letzten Jahr.

20min/Simon Glauser
Chillen im Flussbad «Obere Letten» in Zürich? Das ist bereits möglich. Laut der Stadt ist das Bad geöffnet.

Chillen im Flussbad «Obere Letten» in Zürich? Das ist bereits möglich. Laut der Stadt ist das Bad geöffnet.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Diese Woche erwartet uns in der Schweiz sonniges Wetter mit Temperaturen bis über 30 Grad.

  • Also ab in die Schweizer Flüsse und Seen zum Schwimmen? Aufgepasst!

  • Die Wasserpegel sind nach wie vor sehr hoch und es lauern diverse Gefahren.

Wer am Montagmorgen seine Wetter-App öffnete und sich die Prognose für die nächsten Tage anschaute, konnte es wohl kaum glauben: Es erwartet uns eine heisse Woche – fast ohne Regen. Nach den Unwetterkapriolen der letzten Wochen, die in der Schweiz und in Europa viel Schaden angerichtet haben, wird es endlich wieder schön.

«Das tut gut!», twittert «SRF Meteo». Das Hoch Dana bringe sonniges Wetter und Temperaturen von 26 bis 28 Grad im Norden und mehr als 30 Grad im Süden. Auch Meteonews freut sich auf Twitter: «Diese Woche werden wir von der Sonne verwöhnt.» Es erwarte uns das perfektes Bade- und Bergwetter.

Da ist die Verlockung natürlich gross, in die Schweizer Flüsse und Seen zu springen. Doch aufgepasst: Man sollte diese wegen der starken Strömung «vorläufig noch meiden», twittert Meteonews. Diese Empfehlung sprachen in den letzten Tagen fast alle Kantone der Schweiz aus, und die Warnung gilt weiterhin.

Die Gefahrenstufe ist noch immer hoch

So rät der Kanton Zürich etwa dazu, die Uferbereiche von Gewässern zu meiden und die Absperrungen zu beachten. Die Strömung in den Flüssen sei zum Teil immer noch ausserordentlich stark. Auch der Kanton Zug warnt trotz des nun besseren Wetters nach wie vor davor, sich im Bereich von Gewässern aufzuhalten. Da der Boden noch immer stark durchnässt sei, könnten Flüsse und Bäche schnell gefährlich werden.

In einigen Schweizer Seen ist die Gefahrenstufe wegen des Hochwassers immer noch sehr hoch.

In einigen Schweizer Seen ist die Gefahrenstufe wegen des Hochwassers immer noch sehr hoch.

Screenshot naturgefahren.ch

Besonders riskant ist das Baden im Bielersee und im Vierwaldstättersee, wo nach wie vor die höchste Gefahrenstufe 5 herrscht, wie ein Blick in das Naturgefahrenportal des Bundes zeigt. Auch im Neuenburgersee, im Thunersee und im Zürichsee ist die Gefahrenstufe mit 4 immer noch hoch.

«Schaltet den Verstand ein und geht in ein Schwimmbad!»

Auch Klaus Marquardt, Meteorologe von Meteonews, warnt vor dem Baden in Flüssen und Seen. Die Wasserstände gingen nun zwar zurück, aber von einer Normalisierung könne noch keine Rede sein. Die aktuell sehr hohe Strömungsgeschwindigkeit in den Schweizer Flüssen sei problematisch. Sie könne sich schnell ändern und werde von Schwimmern oft unterschätzt. Die Wassertemperatur sei zudem ungewöhnlich tief. Im Wechsel mit den heissen Temperaturen, die in den nächsten Tagen auf uns zukommen, könne das unerwartet Probleme verursachen – etwa für das Herz- und Kreislaufsystem.

Da man wegen den Überschwemmungen die Gefahren am Boden nicht sehe, seien auch die Einstiege ins Wasser problematisch. «Die Stege und andere Zustiege sind voller Schlamm, man kann leicht ausrutschen», sagt Marquardt. Und sei man mal im Wasser, müsse man mit Dreck und Treibholz rechnen. Auch Motorboote seien nicht unproblematisch, da sie noch zusätzliche Wellen verursachten.

«Schaltet den Verstand ein und geht in ein Schwimmbad anstatt in ein natürliches Gewässer», rät Marquardt. «Neben einer Hochwasserschutzanlage zu baden, ist nun wirklich nicht schlau.»

Schwimmer gefährden auch Dritte

Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft, warnt ebenfalls vor den Gefahren in Schweizer Gewässern. Die Ufer könnten unterspült sein und einbrechen. In den meisten Flüssen sehe man zudem gerade nicht mal den Boden - mögliches Treibgut mache das Schwimmen noch gefährlicher.

Und Schwimmer sollten nicht vergessen, dass sie auch Retterinnen und Retter gefährden, wenn sie fahrlässig ins Wasser springen. «Wir gehen aber davon aus, dass aktuell niemand Lust auf einen Schwumm im braunen See oder Fluss hat.» Die Empfehlung sei klar: «Geht nicht in die Nähe von Gewässern.» Wer aktuell unbedingt ins Wasser wolle, sollte besser ein sicheres Freibad aufsuchen, sagt Binaghi.

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