Aktualisiert 16.02.2005 02:06

Hochdeutsch wird selbst im Turnen obligatorisch

Mundart wird aus Zürichs Schulen verbannt. Selbst beim Turnen und Zeichnen darf nur noch Hochdeutsch gesprochen werden. Der Verein Schweizerdeutsch will den «politischen Unfug» torpedieren.

Der Bildungsrat hat im neuen Lehrplan festgelegt, dass ab Sommer in allen Fächern und Stufen konsequent nur noch Hochdeutsch gesprochen werden darf. «Die Massnahme ist eine Antwort auf die Pisa-Studie», sagt Ruedi Gysi vom Volksschulamt. Diese habe gezeigt, dass die Deutsch-Leistungen der Schüler teilweise stark zu wünschen übrig lassen. Man erwarte allerdings nicht, dass die Schüler «hochgestochenes Bühnenhochdeutsch» sprechen. «Es heisst bei uns zum Beispiel nach wie vor Trottoir und nicht Gehsteig», so Gysi.

Die Anpassung wird vom Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband begrüsst: «Wichtig ist die konsequente Umsetzung in allen Fächern», meint Präsident Urs Keller. Auch beim Turnen, Zeichnen oder Werken darf also nicht mehr jeder reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Kopfschütteln löste der Entscheid beim Verein Schweizerdeutsch aus.

«Hochdeutsch darf das Züridütsch nicht völlig aus den Schulzimmern verdrängen», so Jürg Bleiker, Präsident der Gruppe Zürich. Der Verein überlege sich nun, wie er diese «hirnrissige Idee» wirksam torpedieren könne. Bleiker: «Wir handeln in Kürze.»

Alexandra Roder (sda)

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