Aktualisiert 28.03.2011 20:25

Katastrophen in Japan

Hochgiftiges Plutonium im Boden gefunden

Rund um das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima sind im Boden Spuren von hochgiftigem Plutonium entdeckt worden. Ausserdem ist ein neues Tsunami-Video aufgetaucht.

Die Lage am Montagmorgen

In Reaktor 2 des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine vorübergehende teilweise Kernschmelze gegeben. Sprecher Yukio Edano sagte am Montag, daher rühre vermutlich das hochradioaktive Wasser, das in dem Reaktor entdeckt wurde. Die erhöhte Strahlung sei offenbar auf den Block begrenzt. Die Regierung gehe davon aus, dass die Kernschmelze lediglich vorübergehend sei, betonte Edano.

Neue Messwerte legen nach Behördenangaben nahe, dass in Fukushima ausgetretenes hoch radioaktives Jod 131 bis viel weiter nördlich ins Meer gelangt ist als zunächst angenommen. Die Kontamination erstreckt sich demnach etwa 1,6 Kilometer weiter nach Norden als zuvor. An der Küste vor den AKW-Blöcken 5 und 6 seien Werte von Jod131 gemessen worden, die 1150-mal höher als normal liegen, sagte Hidehiko Nishiyama von der Atomsicherheitsbehörde NISA am Montag.

Arbeiter bemühten sich unterdessen weiter darum, radioaktives Wasser aus dem Atomkraftwerk abzupumpen. Das Wasser muss laut NISA entfernt und sicher gelagert werden, bevor die Arbeiten am Kühlsystem fortgesetzt werden können. Bis zu 600 Menschen sind zurzeit in Schichten in Fukushima im Einsatz.

Schweres Erdbeben

Erneut hat ein schweres Erdbeben der Stärke 6,5 am Montagmorgen die Region erschüttert. Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der nationalen meteorologischen Behörde in knapp sechs Kilometer Tiefe vor der Küste der Unglücksprovinz Miyagi in einer Entfernung von 163 Kilometern von Fukushima.

An dem dort havarierten Kernkraftwerk eins waren laut dem Betreiber Tepco keine weitere Schäden durch das neue Nachbeben zu erkennen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Eine von den Behörden zunächst herausgegebene Tsunamiwarnung wurde wenig später wieder aufgehoben. Der Bahnbetrieb auf den Hochgeschwindigkeitstrassen wurde nicht beeinträchtigt.

Weitere Nachbeben möglich

Nach Angaben der Wetterbehörde handelte es sich bei dem Beben wahrscheinlich um ein Nachbeben des verheerenden Erdbebens vom 11. März. Die Behörde warnte vor weiteren Nachbeben.

Die Region war vor gut zwei Wochen von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 sowie einem Jahrhundert-Tsunami schwer zerstört worden. Mehr als 10 800 Menschen verloren ihr Leben, rund 16 000 Menschen gelten weiterhin als vermisst.

Noch immer müssen gut 243 000 Menschen in Notunterkünften hausen und werden durch ständige Nachbeben weiter in Atem gehalten. (sda/dapd)

Fehler gefunden?Jetzt melden.