Aktualisiert 04.02.2004 17:53

Hochhaus-Kollaps: schon 26 Tote

Zwei Tage nach dem Hochhauseinsturz in der türkischen Stadt Konya hat die Polizei zwei Bauunternehmer festgenommen.

Zwei Tage nach dem Hochhauseinsturz in der türkischen Stadt Konya hat die Polizei zwei Bauunternehmer festgenommen. Die Staatsanwaltschaft untersuchte am Mittwoch, ob der plötzliche Einsturz durch schlampige Bauweise verursacht wurde. Unterdessen wurden neun weitere Tote aus den Trümmern des Gebäudes geborgen, die Zahl der Opfer stieg damit auf 26. In der Nacht war es Rettungskräften gelungen, einen weiteren Überlebenden aus dem Schutt zu befreien. Insgesamt wurden seit Montagabend 31 Personen lebend gerettet.

Noch weitere 40 bis 100 Verschüttete werden in den Trümmern vermutet. Die Hoffnung auf ihre Rettung sank am Mittwoch stündlich. Aufgebrachte Angehörige am Unglücksort verlangten harte Strafen für die festgenommenen Bauunternehmer. Wie die Nachrichtenagentur Anatolia berichtete, wird ein dritter Unternehmer noch gesucht.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach sich am Dienstagabend für eine Verschärfung der Baugesetze aus. Erdogan erklärte, der Einsturz des Gebäudes sei einzig und allein auf technische Mängel zurückzuführen. «So lange die Strafen für solche Dinge nicht hart sind, werden weiterhin Bürger mit ihrem Leben dafür bezahlen», sagte er. «Das werden wir nicht zulassen.»

Suchhunde und elektronische Geräte fanden am Mittwoch keine Hinweise auf weitere Überlebende in den Trümmern. «Es gibt nur noch wenige Luftblasen», sagte ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes AKUT. Die Rettungskräfte begann mit dem Einsatz schwerer Räumgeräte wie Kräne und Bagger, um die Trümmer wegzuräumen.

Neben Baumängeln schliessen die Behörden eine Explosion in der Heizungsanlage als Unglücksursache nicht aus. Das Gebäude mit 37 Wohnungen wurde erst vor fünf Jahren gebaut. Nach dem Einsturz blieb nur noch ein zwei Stockwerke hoher Trümmerberg übrig. In dem Haus lebten etwa 140 Menschen. Unklar war aber, wie viele Bewohner sich zum Zeitpunkt des Unglücks am Montagabend dort aufhielten. (dapd)

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