Gesuchter Verbrecher: Hochstapler trat als Schweizer Banker auf
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Gesuchter VerbrecherHochstapler trat als Schweizer Banker auf

Mark Acklom gab sich als Schweizer Banker aus und erleichterte eine Frau um 1,1 Millionen Franken. Jetzt jagt die britische Polizei den Betrüger.

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Der Brite Mark Acklom (44) war der meistgesuchte Betrüger Grossbritanniens. Er soll 2012 insgesamt 850'000 britische Pfund (umgerechnet etwa 1,1 Millionen Franken) von der 57-jährigen Carolyn Woods ergaunert haben.

Der Brite Mark Acklom (44) war der meistgesuchte Betrüger Grossbritanniens. Er soll 2012 insgesamt 850'000 britische Pfund (umgerechnet etwa 1,1 Millionen Franken) von der 57-jährigen Carolyn Woods ergaunert haben.

Polizei Avon und Somerset
Dem Sender BBC Radio erzählte Woods, Acklom habe sich anfänglich als wohlhabenden Schweizer Banker ausgegeben, später sogar als Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes MI6.

Dem Sender BBC Radio erzählte Woods, Acklom habe sich anfänglich als wohlhabenden Schweizer Banker ausgegeben, später sogar als Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes MI6.

Screenshot BBC
Nachdem das Opfer den Hochstapler angezeigt hatte, flüchtete er mit seiner Familie nach Spanien. Im Mai 2017 wurde er mit einem spanischen Betrüger in einer Bar in Genf gesehen. Laut «Sky News» soll sich Acklom danach in Zürich aufgehalten haben.

Nachdem das Opfer den Hochstapler angezeigt hatte, flüchtete er mit seiner Familie nach Spanien. Im Mai 2017 wurde er mit einem spanischen Betrüger in einer Bar in Genf gesehen. Laut «Sky News» soll sich Acklom danach in Zürich aufgehalten haben.

Polizei Avon und Somerset

Der 44-jährige Mark Acklom aus London steht laut BBC auf der Fahndungsliste der zehn meistgesuchten Verbrecher Grossbritanniens. Er soll 850'000 britische Pfund (umgerechnet etwa 1,1 Millionen Franken) von Carolyn Woods aus Bath in der westenglischen Grafschaft Somerset ergaunert haben. Der Betrüger hatte sich beim 57-jährigen Opfer zunächst als reicher Schweizer Banker, später sogar als Mitarbeiter des Geheimdienstes MI6 ausgegeben.

Woods zeigte Acklom bei der Polizei an. Die Frau berichtete den Beamten, sie sei Anfang 2012 eine Beziehung mit dem Schwindler eingegangen. Laut dem Portal «Euro Weekly News» soll Acklom sie überzeugt haben, in ein sanierungsbedürftiges Haus zu ziehen. Nach seinen Angaben gehörte das Grundstück ihm. Er sei gerade nicht in der Lage, es zu renovieren, weil er Bargeld-Probleme habe, erklärte er dem Opfer. Woods gab ihm einen ersten Kredit über 26'000 Pfund.

Wie schaffte er es ins MI6-Gebäude?

Im Laufe der nächsten Monate gab sie dem Hochstapler ihre ganzen Ersparnisse. Ende 2012 verschwand Acklom und liess Woods verschuldet und verzweifelt zurück. Wie «Daily Mail» berichtet, gehörte das Haus gar nicht Acklom. Ausserdem soll er bereits verheiratet und Vater zweier Töchter im Alter von sechs und acht Jahren sein.

BBC Radio erzählte Woods, wie Acklom vortäuschte, ein Spion des MI6 zu sein. «Wir waren einmal in seinem Auto unterwegs und sein Chauffeur fuhr uns durch London. Da sagte er, sein Chef habe ihn dringend ins Büro bestellt. Also stieg er vor dem Gebäude des MI6 aus und ging hinein, während ich im Auto wartete. Ich weiss nicht, wie er das schaffte. Ein anderes Mal erzählte er mir, dass er einen Hirntumor habe und operiert werden müsse. Ich durfte ihn nicht im Spital besuchen, weil das MI6 das angeblich nicht zuliess. Er traf mich an einem Hintereingang des Spitals. Als ich ihn sah, war sein Kopf bandagiert. Ob das wahr war, kann ich bis heute nicht sagen.»

Aufruf an britische Expats in Europa

Nach Woods' Anzeige floh der Betrüger mit seiner Ehefrau Maria Yolanda Ros Rodríguez (47) und den Mädchen nach Spanien. Er schrieb seine Töchter in einer internationalen Schule in der spanischen Stadt Murcia ein. Als Acklom erfuhr, dass die britische Polizei einen Aufruf an Expats in ganz Europa lancierte, um ihn zu finden, meldete er die Mädchen ab und verschwand erneut.

Bilder einer Überwachungskamera zeigten ihn zuletzt vergangenen Mai in einer Bar in Genf, so die «Daily Mail» weiter. Dort wurde er mit einem gewissen José Estévez gesehen. Der Spanier soll laut Interpol hinter dem grössten Betrug zulasten der Staatskasse in Galizien stehen. Dabei soll Estévez mit falschen Belegen eine Gesamtsumme von 13 Millionen Franken ergaunert haben.

Paar benutzt diverse Aliasse

Seit Monaten ist Acklom wieder auf der Flucht. Die Polizei weiss, dass er verschiedene Alias-Identitäten benutzt: Unter anderem gibt er sich als Mark Conway, Mark Desmond, Marc Ros Rodríguez, Kid Con oder Marc Long aus. Seine Frau benutzt auch verschiedene Namen: Yolianda Ross, Maria Long oder Mary Moss. Sie soll angeblich Yoga unterrichten.

«Mark Acklom ist ein sehr überzeugender Betrüger, und wir arbeiten hart daran, ihn so rasch wie möglich zu finden», sagt Ermittler Adam Bunting von der Polizei in Somerset.

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