Hochwasser: 190 Millionen Gebäudeschäden allein im Kanton Bern

Aktualisiert

Hochwasser: 190 Millionen Gebäudeschäden allein im Kanton Bern

Das Hochwasser der vergangenen Woche hat allein im Kanton Bern Gebäudeschäden von 190 Millionen Franken verursacht.

Die Gebäudeversicherung Bern hat am Dienstag die Idee eines Hochwasser-Präventionsfonds der Versicherer lanciert.

Das Hochwasser ist das grösste Elementarschadenereignis in der knapp 200-jährigen Geschichte der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Im Kanton Bern sind rund 5000 Gebäude betroffen, besonders in den Oberländer Dörfern Brienz, Oey und Reichenbach sowie in Thun und Bern, teilte die GVB am Dienstag mit.

Die Eintretenswahrscheinlichkeit des Hochwassers 2005 liegt laut GVB bei 200 Jahren. Das Gebäudeversicherungsmonopol kennt keine Haftungsbeschränkung, alle versicherten Schäden sind deshalb gedeckt.

Die Last derart grosser Gebäudeschadensummen wird in der Schweiz auf mehrere Schultern verteilt. Wird eine bestimmte Schadensgrenze im betroffenen Kanton überschritten, kann die kantonale Gebäudeversicherung bis zu einem Betrag von 750 Mio. Franken auf die Solidarität der interkantonalen Risikogemeinschaft zurückgreifen. Für den Kanton Bern liegt diese Grenze bei 150 Mio. Franken.

Beitrag zur Hochwasserprävention

GVB-Geschäftsleiter Ueli Winzenried forderte vor den Medien, dass die kantonalen Gebäudeversicherungen und die Privatassekuranz einen Hochwasser-Präventionsfonds einrichten. Es sei volkswirtschaftlich wenig sinnvoll, dass die Versicherungen alle paar Jahre die gleichen Schäden bezahlten.

Es brauche deshalb einen Hochwasserfonds, analog dem sogenannten «Löschfünfer» in der Brandprävention. Mit dem Fonds, gespiesen durch 5 Rappen pro 1000 Franken Versicherungskapital, käme ein Hochwasserschutz-Beitrag von jährich 115 Mio. Franken zusammen, 85 Mio. Franken durch die kantonalen Gebäudeversicherungen und 30 Mio. Franken durch die Privatassekuranz.

Die Einrichtung eines solchen Fonds sei nicht zwingend mit einer Prämienerhöhung verbunden, sagte Winzenried. Die Fianzierung sei auch mit einer angepassten Ausgabenpolitik oder einer kleineren Gewinnabschöpfung realisierbar.

Kosten erst schwer abschätzbar

Winzenried strebt mit dem Hochwasserfonds keine Substituierung öffentlicher Gelder bei der Hochwasserprävention an. Bund und Kantone blieben vollzugspflichtig. Als weitere Rahmenbedingungen sieht er die Verankerung im Versicherungsaufsichtsgesetz und die Äufnung der Fonds unter Aufsicht der Gebäudeversicherungen.

Die gesamtschweizerischen Kosten des Hochwassers lassen sich erst schwer abschätzen. Die kantonalen Gebäudeversicherungen schätzten den Schaden auf über eine Milliarde Franken. Die Privatversicherer gehen von Schäden in dreistelliger Millionenhöhe aus.

(sda)

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