Dreiländereck: Hochwasser fordert mehrere Opfer
Aktualisiert

DreiländereckHochwasser fordert mehrere Opfer

Das Hochwasser im Dreiländereck Deutschland- Tschechien-Polen hat erhebliche Zerstörungen angerichtet. Mehrere Menschen starben. Nach wie vor kritisch ist die Lage in Bad Muskau an der Grenze zu Polen.

Betroffen davon sind der Bad Muskauer Ortsteil Saga und der Ort Podrosche. Sprecher Andreas Johne sagte, Menschen seien bereits zuvor vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Man habe damit gerechnet, dass der Deich nicht standhalten könnte. Die Häuser in den betroffenen Orten seien überflutet, aber nicht überspült oder fortgerissen worden.

Überflutet ist auch der Fürst-Pückler-Landschaftspark in Bad Muskau, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Allerdings konnten nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt Mobiliar und Technik in Sicherheit gebracht worden.

Am Montag hat die Flut der Spree das Bundesland Brandenburg erreicht. So schlimm wie am Wochenende in Sachsen sollte das Wasser laut Behörden nicht ansteigen. Dennoch wurde damit gerechnet, dass bis zum Abend die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen wird.

Neue Rekord-Pegelstände

Im deutschen Erzgebirge und in der Sächsischen Schweiz entspannte sich in der Nacht die Lage. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes des Landkreises Görlitz bleibt der Katastrophenalarm in den Orten entlang der Lausitzer Neisse jedoch aufrecht erhalten.

Der deutsch-polnische Grenzfluss Neisse hatte gestern einen neuen Rekord-Pegel von über 7 Metern erreicht. Damit lag der Pegel höher als bei der grossen Flut von vor acht Jahren. Drei Menschen kamen in Sachsen durch das Hochwasser ums Leben. Mehr als 1400 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Tote in Polen, Vermisste in Tschechien

Das Hochwasser verursachte auch in Polen und Tschechien schwere Schäden. Insgesamt ertranken mindestens sechs Menschen. In Tschechien wurden noch drei Menschen vermisst.

Besonders dramatisch war die Lage in der 18 000 Einwohner zählenden polnischen Stadt Bogatynia. Kurz vor der Stadt war eine Staumauer gebrochen; die Stadt wurde darauf innerhalb von nur einer Stunde überflutet. Zahlreiche Gebäude brachen zusammen. Polen stellte zehn Millionen Euro als Hilfe für die Flutopfer zur Verfügung.

Inzwischen rechnen Meteorologen mit einer Entspannung der Lage: es sei derzeit nicht mit neuen Regenfällen zu rechnen, hiess es. In einigen Gebieten hat sich das Wasser bereits zurückgezogen. (dapd)

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