Aktualisiert 23.08.2005 07:44

Hochwasser in Europa

Nach den sintflutartigen Regenfällen vom Montag hat sich Hochwasserlage im Westen Österreichs am Dienstag weiter zugenommen. Im Raum Südbayern wurde Katastrophenalarm gegeben.

In Österreich waren der Tiroler Ausserfern und das Kleinwalsertal sowie der Bregenzerwald in Vorarlberg, besonders betroffen. In einigen Tiroler Orten wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Beobachter vor Ort sprachen von «gewaltigen Überflutungen».

Im Bundesland Vorarlberg hat sich die Situation in der Nacht gefährlich zugespitzt. Im Kleinwalsertal kam es zu unzähligen Murenabgängen und Bachüberflutungen. Im Bezirk Feldkirch waren über 1000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Unterspült wurden auch Teile des Streckennetzes der Österreichischen Staatsbahnen ÖBB. Der Zugsverkehr in Vorarlberg wurde am Dienstag eingestellt. Auch die Rheintalautobahn A 14 wurde zum Teil gesperrt.

Die Vorarlberger Einsatzkräfte kämpften mit einem besonderen Problem zu kämpfen. Durch den Zusammenbruch des Telefonnetzes war die Kommunikation nur per Funk möglich. Im Oberen Lechtal fielen seit Montagmittag 110 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Pegelstände des Lech und seiner Nebenflüsse stiegen unaufhörlich an. Zahlreiche Häuser wurden überflutet und mussten evakuiert werden.

Als Folge der Unwetter brach im Oberen Lechtal die Stromversorgung teilweise zusammen.

Katastrophenalarm nach Hochwasser in Südbayern

Das Hochwasser hat nach der Schweiz und Österreich am Dienstag auch Bayern in bedrohlichem Masse erfasst. Wegen der kritischen Lage wurde im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen sowie Kempten im Allgäu Katastrophenalarm ausgelöst, wie ein Sprecher des Innenministeriums in München erklärte. Teile von Garmisch wurden überschwemmt, in allen betroffenen Gebieten waren nach heftigen Regenfällen Strassen und Keller überflutet.

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen war der Katastrophenalarm bereits am Montagabend um 20.09 Uhr ausgelöst worden. Am Dienstagmorgen um 05.32 wurde er auch für die Stadt Kempten ausgerufen. Wie das Ministerium weiter berichtete, wurden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen am Morgen auch einige Häuser und Ortsteile evakuiert. Am stärksten betroffen war den Angaben nach der Ort Eschenlohe.

Alle Rettungskräfte der Region waren im Einsatz. Weil deren Zahl aber nicht ausreichte, wurden weitere Einheiten von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk aus ganz Südbayern in die Hochwassergebiete beordert. Die starken Regenfälle hielten am Dienstagmorgen an. Nach den Wettervorhersagen wurde befürchtet, dass sie mindestens bis zum Nachmittag fortdauern würden.

(Quelle: AP/SDA)

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