Aktualisiert 14.07.2014 09:20

Appell der Feuerwehr

«Hochwasser-Sperre ist keine Hüpfburg»

Risikofreudige Gaffer bereiten der Feuerwehr in Bern Sorgen. Manche würden die Sicherheitsabsperrungen nicht respektieren und sich so selbst gefährden.

von
woz

Seit dem Morgen ist die Hochwasserlage in Bern unverändert. Der Pegelstand der Aare ist nach wie vor hoch. Das Risiko sei noch nicht überschaubar, sagt Franz Märki, Sprecher der Feuerwehr, zum «Bund». «Was man von oben nicht sieht, sind die Unterspülungen. Ist ein Weg unterspült, bricht er ohne Weiteres ein. Das ist lebensgefährlich.»

Zudem habe sich ein neues Problem ergeben. «Es gibt viele Schaulustige. Manche flanieren sogar über die abgesperrten Uferwege und gefährden sich so.» Die Feuerwehr könne nicht die ganzen Uferwege überwachen. «Ich kann lediglich an die Leute appellieren, die Absperrungen zu respektieren und ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen», sagt Märki.

Am Dienstag kommt der Sommer zurück

Der Feuerwehrsprecher mahnt: «Beaverschläuche, also die orangen Dämme, sind keine Hüpfburgen. Kleine wie grosse Kinder vergessen das zeitweise gern.» Die Schläuche würden Schaden nehmen, wenn man auf sie trete.

Laut einem Radio-24-Reporter wurden bereits Hochwassersperren beschädigt.

Feuerwehr bestätigt ggüber @radio24info: Vandalen haben über Nacht #Hochwasser-Sperren in Berner #Matte zerstört- Matthias Bärlocher (@MBaerlocher) 13. Juli 2014

Entwarnung gibt es noch keine. Auf Montag erwartet die Schweiz eine weitere Regenfront. Erst am Dienstag meldet sich der Sommer zurück.

Regen fordert zwei Todesopfer

Das Hochwasser hat in der Schweiz mindestens ein Todesopfer gefordert. Eine 82-Jährige wurde am späten Samstagabend tot in einem kleinen Bach gefunden. Die genauen Umstände des Todesfalls und die Todesursache werden untersucht.

Am Samstagabend ist zudem in Bilten GL ein 66-jähriger Mann tot aus einer mit Wasser vollgelaufenen Baugrube geborgen worden. Vorerst war unklar, wie der Mann ums Leben kam und ob der Todesfall im Zusammenhang mit dem Unwetter stand.

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