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Hochwasser treibt tausende Menschen aus ihren Häusern

Die Lage an der Elbe und ihren Nebenflüssen sowie an den Nebenflüssen der Donau spitzt sich weiter zu. Der Katastrophenalarm wurde auf insgesamt acht Städte ausgeweitet.

Wegen starker Regenfälle im Einzugsgebiet der Moldau in Tschechien erwartete das sächsische Landeshochwasserzentrum für Sonntag und Montag noch höhere Elb-Pegelstände als zunächst angenommen. Bis Samstag waren in Sachsen mehr als 1.300 Menschen aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Der Katastrophenalarm wurde auf insgesamt acht Städte ausgeweitet. Bundeswehrsoldaten halfen in Pirna.

Im Einzugsgebiet der Elbe im Westen und der Mitte Tschechiens wurden ebenfalls hunderte Menschen evakuiert. Allein in Prag mussten rund 100 Bewohner mit ihrer Evakuierung rechnen. In Znaojmo (Znaim) im Osten Tschechiens und damit im Einzugsgebiet der Donau mussten sogar 8.000 Menschen vor den Fluten flüchten. Dort waren im Laufe der Woche schon 2.000 Menschen evakuiert worden. In Ober- und Niederösterreich entspannte sich unterdessen entlang der Donau die Hochwasserlage leicht.

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind ebenfalls trübe. Bei langsam sinkenden Temperaturen soll es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach immer wieder zu Niederschlägen kommen.

Höherer Pegel erwartet

Der Scheitelpunkt der Elbe in Sachsen wurde jetzt erst für Anfang nächster Woche erwartet und nicht wie ursprünglich angenommen bereits für Sonntag, wie eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums am Samstag mitteilte. Auch der Pegel Schönau an der Grenze zu Tschechien sollte mit bis zu 8,90 Meter höher als zunächst erwartet liegen.

Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden waren am Samstag rund 100 Polizisten im Einsatz. Zugleich verwies ein Sprecher auf den freiwilligen Charakter der Evakuierungen. Wenn Gefahr für Leib und Leben bestehe, müssten die Einsatzkräfte aber handeln, sagte er. Im Stadtteil Gohlis, wo der Uferdamm seit der Nacht zum Samstag überspült wurde, waren rund 300 Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgefordert worden. Bis zum Samstag hatten sich einige Familien geweigert, dies zu tun.

In Pirna waren seit Freitagabend auch 75 Bundeswehrsoldaten mit dem Befüllen von Sandsäcken im Einsatz. Nach Angaben einer Stadtsprecherin wurden aus der Innenstadt von Pirna 40 Personen evakuiert. Bereits am Freitag waren rund 1.000 Menschen aus Bad Schandau evakuiert worden.

In Meissen wurde durch das Hochwasser der Elbe Grundwasser durch die Kanalisation hochgedrückt, so dass ein Teil der Innenstadt überflutet wurde, wie ein Sprecher des Landratsamtes in Meissen erklärte. Zwölf Personen eines Heimes für betreutes Wohnen seien evakuiert worden.

Wegen des Hochwassers wurde in den Katastrophengebieten Elbbrücken und zahlreiche Strassen für den Fahrzeugverkehr gesperrt worden. Ausserdem wurde dort der Strom abgeschaltet. Wegen des Hochwassers bleiben in Pirna am Montag zudem drei Gymnasien und das dortige Berufsschulzentrum geschlossen. (dapd)

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