Aktualisiert 05.05.2015 18:43

SMS-PanneHochwasser-Warndienst per SMS hat versagt

Für Thuner-, Bieler- und Brienzersees gibts eigentlich einen SMS-Alarm. Doch diesmal blieb er aus – weil es der Kanton verpasste, über einen Betreiberwechsel zu informieren.

von
Alessandro Meocci
Der Seepegel hat die Schadensgrenze von 558,30 Meter überschritten, trotzdem blieb die SMS-Hochwasserwarnung aus.

Der Seepegel hat die Schadensgrenze von 558,30 Meter überschritten, trotzdem blieb die SMS-Hochwasserwarnung aus.

Seit dem Jahrhunderthochwasser 2005 werden Seeanstösser des Thuner-, Bieler- und Brienzersees vor Hochwassergefahren gewarnt. Dieser Hochwasserwarndienst erfolgte jeweils auch per SMS. Diesmal blieb eine entsprechende Kurznachricht jedoch aus. «Als wir die SMS-Warnung rauslassen wollten, haben wir festgestellt, dass der Betreiber dieser technischen Plattform gar nicht mehr tätig ist», sagt der Thuner Regierungsstadthalter Marc Fritschi gegenüber Radio Bern 1. Auf der Homepage sei nur zu lesen, dass sie den Betrieb per Ende 2014 eingestellt hätten. «Informiert wurden wir nicht», sagt Fritschi. Auch vom Kanton flossen keine Infos.

Auch in Biel wurden die Verantwortlichen überrascht vom Ausbleiben der Nachricht. «Ich hoffe, dass niemand zu Schaden gekommen ist», sagt Philippe Chételat, Regierungsstatthalter von Biel. Jetzt sei es wichtig, dass der Dienst so schnell wie möglich wieder funktioniere.

Kommunikationsproblem beim Kanton

Damit auch die Seeanstösser in den Regionen Thun und Biel wieder ruhig schlafen können, wurde sofort nach einer Lösung für die Internet basierte Anwendung gesucht – und gefunden. «Es gibt einen neuen Anbieter, dieser wird den Betrieb des Warndienstes wieder aufnehmen», sagt Chételat. Und dieser Anbieter wäre eigentlich schon längst bekannt, nur wurde es vom Kanton versäumt, die betroffenen Stellen zu informieren. Dies bestätigt Christian Kräuchi, Amtsleiter Kommunikation Kanton Bern: «Der Fehler ist auf internes Kommunikationsproblem zurückzuführen.» Aber jetzt funktioniere der Dienst wieder, verspricht Kräuchi.

Das ist zu hoffen, denn von einer Entwarnung der Hochwassersituation rund um die Berner Seen kann momentan noch keine Rede sein. Die hohen Pegelstände sowie die prognostizierten Regenfälle könnten die Situation in den betroffenen Gebieten noch verschärfen und weitere Warn-SMS zur Folge haben.

Keine Probleme in Bern

Laut Feurwehrsprecher Frank Märki hatte man in Bern keine Probleme mit dem stadteigenen SMS-Dienst, der durch den Zivilschutz bewirtschaftet wird. «Alles hat reibungslos funktioniert», so Märki. Sie hätten sogar rund 50 Anfragen für Neuempfänger, die ins primäre Schadengebiet gezogen seien oder sonst einen Bezug dazu hätten.

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