Aktualisiert 05.07.2012 21:47

Neue Gewitter in SichtHochwasserlage in Bern bleibt angespannt

Die Behörden im Hochwassergebiet geben keine Entwarnung, im Gegenteil: Die nächsten Gewitter stehen an - wegen schwachen Höhenwinden könnten sie verheerend sein.

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sda/fum

Obwohl sich die Hochwassersituation entlang der Berner Aarequartiere in der Nacht auf Donnerstag entschärft hat, führt der Fluss immer noch sehr viel Wasser. Die Feuerwehr belässt deshalb die Hochwasserverbauungen vorerst an Ort und Stelle.

Auch bleibt die Matte weiterhin für den Verkehr gesperrt, wie das Feuerwehrkommando der Stadt Bern am Donnerstagmorgen mitteilte. Der Zubringerdienst ist aber möglich. Die Bewohner dieses Quartiers dürfen ihre Fahrzeuge nicht in der Matte stehen lassen.

Man sei daran, Flyer mit Anweisungen in die Briefkästen der Anwohner zu legen, sagt Franz Märki, Mediensprecher der Berufsfeuerwehr Bern, gegenüber 20 Minuten Online.

Gewitter in der Problemzone

Denn die Sirenen könnten schon heute Abend wieder losgehen: Wie Ivo Sonderegger von MeteoNews auf Anfrage sagt, wird es im Einflussgebiet der Aare mit grosser Wahrscheinlichkeit Gewitter geben (Hier gehts zu unserem Regenradar). In welcher Intensität diese ausfallen, könne nicht vorausgesagt werden.

Problematisch könnten insbesondere die schwachen Höhenwinde sein, weil dadurch Gewitterzellen - ähnlich wie im Raum Zürich vor zwei Tagen - länger an Ort und Stelle verharren. «Dadurch kann es lokal problematische Niederschlagsmengen geben», so Sonderegger.

Höchststand am Mittwochabend

Die Aare führte am Donnerstagmorgen 330 Kubikmeter pro Sekunde, was 90 Kubikmeter unter der Schadensgrenze von 420 Kubikmetern liegt. Das ist diejenige Menge Wasser, ab der die Häuser entlang der Aare gefährdet sind. Etwas weniger als 420 Kubikmeter Wasser führte die Aare, als ihr Pegel am Mittwochabend den Höchststand erreichte.

Am Wert von 330 Kubikmetern werde sich nicht viel ändern, schrieb das Feuerwehrkommando der Stadt Bern am Donnerstagmorgen. Dies, weil das kantonale Amt für Wasser und Abfall das Ziel habe, die Pegelstände von Brienzer- und Thunersee weiterhin zu senken, um grössere Wassermengen aus dem Oberland besser auffangen zu können.

Hier zwei neue Videos aus Bern:

Auch das BAFU warnt

Aufgrund der Wetterprognosen rechnet das Bundesamt für Umwelt (BAFU) vor allem ab Donnerstagnachmittag mit steigenden Pegeln. Es sagt für den Brienzersee eine erhebliche Gefahr von Hochwasser voraus (Gefahrenstufe 3), für die Aare zwischen Brienzersee und Bern eine mässige Hochwassergefahr (Stufe 2).

Mässige Hochwassergefahr herrscht am Donnerstag für das BAFU auch entlang der Emme und der Kleinen Emme, an der Urner Reuss, der Rhone oberhalb des Zuflusses der Lonza, am Rhein von Stein am Rhein bis zum Zufluss der Thur und am Bodensee. (sda)

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