Corona-Busse im Bezirk Bülach: Hochzeit statt Isolation kostet 3900 Franken
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Corona-Busse im Bezirk BülachHochzeit statt Isolation kostet 3900 Franken

Das Statthalteramt Bülach hat einen Strafbefehl ausgestellt, weil jemand trotz Isolation an einer Hochzeit teilnahm. Das kostet insgesamt 3900 Franken.

von
Thomas Mathis
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Eine Person aus dem Bezirk Bülach wurde positiv auf Corona getestet und musste in Isolation. (Symbolbild)

Eine Person aus dem Bezirk Bülach wurde positiv auf Corona getestet und musste in Isolation. (Symbolbild)

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Am letzten Tag der Isolation nahm sie an der Hochzeit ihres Bruders teil – das kostet 3900 Franken. (Symbolbild)

Am letzten Tag der Isolation nahm sie an der Hochzeit ihres Bruders teil – das kostet 3900 Franken. (Symbolbild)

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Bereits bekannt ist ein Fall aus dem Bezirk Dielsdorf: Ein Familienvater muss 2750 Franken bezahlen, weil er trotz Reisequarantäne im Wald spazieren war.

Bereits bekannt ist ein Fall aus dem Bezirk Dielsdorf: Ein Familienvater muss 2750 Franken bezahlen, weil er trotz Reisequarantäne im Wald spazieren war.

Darum gehts

  • Eine Person aus dem Bezirk Bülach wurde verurteilt, weil sie trotz Isolationspflicht an die Hochzeit ihres Bruders ging.

  • Das kostet sie nun insgesamt 3900 Franken.

Ein positiver Corona-Test bedeutet Isolation – das galt auch für eine Person aus dem Bezirk Bülach. Doch sie hielt sich nicht daran, wie der «Tages-Anzeiger» mit Verweis auf einen anonymisierten Strafbefehl des Statthalteramts Bülach berichtet. Stattdessen ging sie an ein Familienfest.

Die Nachricht über den positiven Test erhielt die Person laut den Angaben am 14. August. Die zehntägige Isolation galt entsprechend bis am 23. August um 23.59 Uhr. Das wurde der Person auch vom kantonsärztlichen Dienst so bestätigt. Sie dürfe ihr Zuhause nicht verlassen. Äusserst ärgerlich war das für sie, weil ihr Bruder am 22. August heiratete.

«Schweres Verschulden»

Laut dem Strafbefehl verliess sie in der Nacht auf den 23. August nach Mitternacht das Haus – vor Ablauf der Isolationsfrist – und besuchte die Hochzeit ihres Bruders. Sie blieb bis drei Uhr früh dort. Nun wurde sie dafür zu einer Busse von 3000 Franken verurteilt. Dazu kommen noch 900 Franken Gebühren. Das Verschulden sei als schwer zu qualifizieren, insbesondere wegen der «grossen Gefahr, das Virus weiterzuverbreiten». Wie die Behörden davon erfuhren, ist unklar.

Für Schlagzeilen sorgte bereits der 44-jährige Familienvater S.M.* aus den Bezirk Dielsdorf. Er musste mit Gebühren insgesamt 2750 Franken bezahlen, weil er sich nach einem Aufenthalt in Serbien nicht an die Quarantäne hielt. Er war am letzten Tag der Quarantäne auf einen Spaziergang gegangen, wie er sagte. «Ich hielt es nicht mehr aus und ging auf einen Spaziergang im Wald – allein.»

Corona-Bussen

Gemäss Epidemiengesetz sind bei Verstössen gegen etwa die Quarantäne Bussen von höchstens 10’000 Franken möglich. Bei Fahrlässigkeit sind es maximal 5000 Franken.

*Name der Redaktion bekannt

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