Hochzeitsnacht im Schloss

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Hochzeitsnacht im Schloss

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und das frühere Model Carla Bruni haben ihre Hochzeitsnacht in einem Jagdschloss bei Versailles verbracht. Ein Fotograf entdeckte das Paar einen Tag nach der Trauung beim Spaziergang im Schlosspark von Versailles.

Beim Spaziergang im Schlosspark wurde das Paar von dem italienischen Geschäftsmann Maurizio Remmert begleitet. Er soll nach einer Affäre mit Brunis Mutter der biologische Vater des Exmodels sein. Bruni wurde von ihrer Mutter, der Konzertpianistin Marysa Borini und dem Industriellen Alberto Bruni Tedeschi aufgezogen. Sarkozy und Bruni hatten am Samstag geheiratet.

Das Paar erklärte am Samstag in einer kurzen Stellungnahme, die Zeremonie habe am Morgen im kleinen Kreis stattgefunden. Getraut wurden die beiden im Élysée-Palast vom Bürgermeister des achten Pariser Bezirks, François Lebel.

«Die Braut trug weiss, sie war hinreissend, wie immer», sagte Lebel dem Radiosender Europe-1. «Der Bräutigam war auch nicht schlecht.» Der Bürgermeister beschrieb die Trauung als schlicht, geprägt von «offensichtlich grosser Zuneigung zwischen den Brautleuten». Nur rund 20 enge Familienangehörige und Freunde seien Zeugen der 20-minütigen Zeremonie geworden. «Ich wünsche ihnen viel Glück», sagte Lebel.

Sarkozys Trauzeuge war laut einem Bericht des Fernsehsenders RTL Nicolas Bazire, ein früherer Mitarbeiter von Expremierminister Edouard Balladur. Als Trauzeugin Brunis fungierte Mathilde Agostinelli, Pressechefin von Prada Frankreich. Auf eine sonst vorgeschriebene Veröffentlichung der Heiratsankündigung durfte das prominente Paar offenbar verzichten, um seine Privatsphäre zu wahren.

Die Ehefrau des früheren Staatspräsidenten Jacques Chirac, Bernadette, gratulierte dem frischvermählten Paar. Es sei hilfreich für einen Präsidenten, eine Partnerin zu haben, sagte sie dem Radiosender RTL. Sarkozy war allerdings nicht der erste Präsident, der im Amt heiratete: 1931 liess sich der damalige Amtsinhaber Gaston Doumergue ebenfalls im Élysée-Palast trauen.

Der 53-jährige Sarkozy und die 40-jährige Bruni sind seit November zusammen. Nur einen Monat zuvor war die Ehe von Sarkozy und seiner zweiten Frau Cécilia geschieden worden. Bereits im Januar hatte der Präsident seine Hochzeitspläne enthüllt. Er wollte damals aber kein Datum für das Ereignis nennen. Für Sarkozy ist es die dritte Ehe. Er hat drei Kinder. Für Bruni war es die erste Hochzeit, sie hat aber einen Sohn mit dem französischen Philosophie-Professor Raphael Enthoven. Sie hatte ausserdem Beziehungen mit den Rockstars Mick Jagger und Eric Clapton sowie dem Immobilienunternehmer Donald Trump.

«Von Zeit zu Zeit» monogam

Das Paar hatte seine Beziehung während eines Besuchs in Disneyland Paris öffentlich gemacht. Der Protokollabteilung bereitete die Beziehung zuweilen Kopfschmerzen. Vor einem Besuch Sarkozys in Saudi-Arabien liessen die dortigen Regierungsstellen durchblicken, dass eine Begleiterin ohne Trauschein an der Seite des Präsidenten unerwünscht wäre. Sarkozy verzichtete auf Brunis Begleitung.

Die neue Première Dame Frankreichs sorgte früher für Schlagzeilen mit Werbefotos für einen italienischen Autokonzern. In anderen Aufnahmen für ein spanisches Männermagazin räkelte sie sich nur mit schwarzen Stiefeln bekleidet auf einem Sofa. In der Vergangenheit äusserte sich Bruni in Interviews freizügig über ihr Liebesleben. Der Zeitschrift «Madame Figaro» soll sie erzählt haben, die Monogamie langweile sie zu Tode. Allerdings lebe sie «von Zeit zu Zeit» monogam. Seit Beginn ihrer Beziehung zu Sarkozy äusserte sie sich nicht mehr in den Medien. (dapd)

Sarkozys Hochzeit ist nicht die erste im Elysée

Nicolas Sarkozy ist nicht der erste französische Präsident, der sich während seiner Amtszeit trauen lässt. Am 1. Juni 1931 gab Staatschef Gaston Doumergue zwölf Tage vor dem Ausscheiden aus dem Amt seiner langjährigen Freundin Jeanne Gaussal das Ja-Wort.

Getraut wurden beide - so wie jetzt Sarkozy und Carla Bruni - in einem Salon des Elysée-Palastes durch den Bürgermeister des 8. Pariser Arrondissements. Obwohl der einzige protestantische Präsident Frankreichs die Heirat möglichst disrekt wollte, sorgte sie für erhebliches Aufsehen.

Eine zweite Hochzeit im Amt gab es unter Raymond Poincaré, der von 1913 bis 1920 Frankreichs Präsident war. Der holte aber nur seine kirchliche Trauung mit seiner - wie Bruni - aus Italien stammenden Frau Henriette Adeline Benucci nach. Die bereits zweimal verheiratete Benucci hatte er schon 1904 in einer zivilen Zeremonie in seiner Wohnung geehelicht.

Auch ehemalige Mannequins und Sängerinnen gab es schon an der Seite von Präsidenten in Frankreich: Die Frau von Armand Fallières posierte 1906 noch einen Monat vor dem Einzug in den Elysée in Illustrierten. Und Jeanne Nivoit, die Frau von Staatschef Albert Lebrun (im Amt von 1932 bis 1940), war eine bekannte Sängerin.

(Quelle: SDA)

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