Historisches Korea-Spiel: Hockey-Girls müssen aufpassen, was sie sagen
Aktualisiert

Historisches Korea-SpielHockey-Girls müssen aufpassen, was sie sagen

Am Samstag trifft die Frauen-Nati im Olympia-Startspiel auf ein Team aus Nord- und Südkorea. Ein besonderes Spiel, das besondere Massnahmen erfordert.

von
Marcel Allemann
Pyeongchang
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Eine Südkoreanerin (l.) und Nordkoreanerin beim gemeinsamen Training in Jincheon.

Eine Südkoreanerin (l.) und Nordkoreanerin beim gemeinsamen Training in Jincheon.

Korean Sport and Olympic Committee Handout
Auch einen Geburtstag im Team konnten die neuen Mannschaftskolleginnen schon feiern.

Auch einen Geburtstag im Team konnten die neuen Mannschaftskolleginnen schon feiern.

Korean Sport & Olympic Committee Handout
Doch nicht nur die Koreanerinnen stehen bei diesem ersten Spiel im Fokus, sondern auch ihre ersten Gegnerinnen aus der Schweiz, links Stürmerin Lara Stalder, rechts Goalie Florence Schelling.

Doch nicht nur die Koreanerinnen stehen bei diesem ersten Spiel im Fokus, sondern auch ihre ersten Gegnerinnen aus der Schweiz, links Stürmerin Lara Stalder, rechts Goalie Florence Schelling.

Keystone/Eddy Risch

Es wird ein Highlight dieser Olympischen Spiele in Pyeongchang: Nord- und Südkorea werden im Frauen-Eishockey ein gemeinsames Team stellen. Ein Thema, das auch fernab der Sport-Kanäle riesige Beachtung findet und vor zwei Tagen beispielsweise CNN einen längeren Bericht wert war. Der Sport schaffe es, Brücken zu bauen, erklärte die Korrespondentin gegenüber dem US-TV-Sender.

Im Scheinwerferlicht stehen bei diesem sportpolitisch historischen Spiel jedoch auch die Schweizer Frauen, als erste Gegnerinnen dieses Mixed-Korea-Teams am 10. Februar. Sie werden weltweit einer Aufmerksamkeit ausgesetzt sein, die sie noch nie auch nur ansatzweise kennengelernt haben. Nicht einmal, als sie vor vier Jahren in Sotschi überraschend die Bronzemedaille gewannen.

Der Reichweite und Tragweite ihrer Aussagen bewusst sein

Das weiss man auch bei Swiss Olympic und plant deshalb, die Spielerinnen diese Woche gezielt medial zu coachen, wie Chef de Mission Ralph Stöckli erklärt. «Wir haben diese spezielle Situation bei uns auf dem Radar und sind daran, dies mit dem Medienchef von Swiss Ice Hockey spezifisch vorzubereiten, so dass die jungen Frauen durch diese grosse Aufmerksamkeit nicht überfordert werden. Denn schlussendlich sollen sie das tun, was sie sonst auch tun – und das ist gutes Eishockey spielen.»

Beim Medien-Crashkurs geht es jedoch keineswegs darum, die aufgeweckten jungen Damen mundtot zu machen oder irgendwelche Floskeln beizubringen, sondern ihnen lediglich die mögliche Reichweite und Tragweite ihrer Aussagen vor Augen zu führen. Stöckli: «Sie sollen sich im Vorfeld eine Meinung bilden zu Aussagen, die sie machen und danach in der ganzen Welt ausgestrahlt werden.»

Die Schweizer Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft ist bereits in Südkorea eingetroffen, befindet sich derzeit jedoch noch in einem Trainingslager in Goyang, in der Nähe von Seoul und somit abseits des Olympia-Rummels.

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