Schweiz – Italien: Fast perfekter Turnierstart – dominante Hockey-Nati gewinnt 5:2

Schweiz – ItalienFast perfekter Turnierstart – dominante Hockey-Nati gewinnt 5:2

Die Schweiz gewinnt ihr erstes Spiel an der WM in Finnland. Gegen chancenlose Italiener resultiert ein 5.2.

von
Remo Elsinger
Adrian Hunziker
(aus Helsinki)
Switzerland
5 : 2
Italy

Nein, ein 9:0 wie vor drei Jahren in Bratislava war es nicht, aber immerhin besiegte die Nati zum WM-Auftakt Italien 5:2. Es war ein dominanter Auftritt des Teams von Trainer Patrick Fischer. Die Schweiz war als Weltnummer 6 gegen die 16 klar zu favorisieren. Aber wie die Vergangenheit zeigt, ist der Einstieg in ein WM-Turnier nicht immer einfach.

Zwar gab es wie angesprochen 2019 beinahe ein Stängeli gegen den südlichen Nachbarn und 2013 ein 3:2 gegen Favorit Schweden – im Final musste sich die Schweiz damals jedoch demselben Gegner klar geschlagen geben. Die Nati kassierte 2015 aber auch ein 0:5 gegen Russland zum Start. In den letzten zehn Jahren – 2020 fiel das Turnier in der Schweiz wegen Corona ins Wasser – gab es für die Nati sechs Siege und drei Niederlagen. Nun sind weitere drei Punkte hinzugekommen.

Offensiv stark, defensiv nachlässig

Den Dosenöffner machte dieses Mal Denis Malgin bereits nach 49 Sekunden. Der ZSC-Stürmer nahm seine starke Playoff-Form sogleich mit an die WM. Die Nati zeigte von Beginn weg, wer der Chef im Haus ist, doch trotz Chancen fielen keine weiteren Tore. In der 9. Minute hatte Goalie Reto Berra im italienischen Powerplay Glück, der Pfosten rettete für ihn. Ebenfalls mit etwas Glück konnte Calvin Thürkauf in der 18. auf 2:0 erhöhen, der Puck sprang von seinem Schlittschuh ins Tor.

In der 20. Minute stellte WM-Rekordteilnehmer Andres Ambühl mit einem genialen Ablenker sogar noch auf 3:0. In ähnlichem Stil ging es weiter, das 4:0 erzielte erneut WM-Debütant Thürkauf (27.). So stark die Schweizer in der Offensive waren, ganz sattelfest waren sie in der Defensive nicht immer. Das war gegen die Italiener aber auch nicht nötig, auch wenn diese in der 49. und 59. Minute ebenfalls trafen. Das letzte Schweizer Tor erzielte vor nur 3641 Fans, die Jähalli (Eishalle) fasst eigentlich 8200 Zuschauer, Neu-Captain Nico Hischier (59.).

Bitteres Aus vor drei Jahren

Übrigens: Nach dem 9:0 gegen Italien vor drei Jahren schieden die Schweizer auf ganz bittere Art und Weise im Viertelfinal aus: 0,4 Sekunden vor Spielende glichen die Kanadier zum 2:2 aus und gewannen kurze Zeit später in der Verlängerung die Partie. Ein solches Szenario wird es dieses Mal gegen denselben Gegner nicht geben. Denn Kanada ist bereits Gegner in der Gruppe A, in einem möglichen Viertelfinal würde die Schweiz also auf einen anderen Kontrahenten aus der Gruppe B treffen.

Auftaktspiele der letzten zehn Jahre:

2021 5:2 gegen Tschechien

2020 keine Austragung wegen Corona

2019 9:0 gegen Italien

2018 3:2 n.V. gegen Österreich

2017 5:4 n.P. gegen Slowenien

2016 2:3 n.P. gegen Kasachstan

2015 3:4 n.P. gegen Österreich

2014 0:5 gegen Russland

2013 3:2 gegen Schweden

2012 5:1 gegen Kasachstan

Deine Meinung

Kurashev im Interview

«Es ist sicher gut, dass wir gewonnen haben, aber es gibt noch Sachen, die wir verbessern müssen. Morgen braucht es eine bessere Leistung. Bessere Pässe und mehr Entschlossenheit. Ich war fünf Tage in der Quarantäne, konnte aber schon trainieren und bin wieder im Spielrhythmus. Wir müssen morgen wieder unser Spiel spielen, schnell spielen und die Dänen unter Druck setzen. Wenn wir unsere Chancen nutzen, kommt es gut.»

Debütant Glauser im Interview

«Hat mega Spass gemacht. Wir haben sehr gut angefangen und gezeigt, wer besser ist. In der offensiven Zone haben wir zu wenig oft versucht, den Puck aufs Tor zu schiessen. Wir haben gewusst, dass sie auch Hockey spielen können und das hat man auch gesehen. Es war ein guter Start und an einer WM ist es wichtig, dass man sich steigern kann. Die Dinge, die wir noch nicht gut gemacht haben, gilt es anzuschauen und zu verbessern.»

Das wars! Die Schweiz gewinnt das erste Spiel der WM gegen Italien 5:2.

59'
2'

Viel los in der letzten Minute. Für vier oder fünf Sekunden gibt es noch das Powerplay für die Schweiz nach einem Haken.

59'

5 : 2

Tor für Italien. Ich habe es wohl verschrien. Malgin kehrt nochmals von der Strafbank zurück, da Hannoun einen Abpraller von Berra nach dem Abschluss von Kostner verwertet.

59'
2'

Kurz vor Schluss gibt es das zweite Powerplay für die Italiener. Malgin trifft seinen Gegenspieler mit der Hand am Kopf und wandert dafür bis zum Ende (oder bis zum zweiten Tor von Italien) auf die Strafbank.

Bernard mit guter Leistung

Auch wenn der Goalie der Italiener fünf Tore kassiert hat, zeigt er heute eine gute Leistung. Hier der beste seiner vielen Saves im heutigen Spiel:

58'

5 : 1

TOOOOOR FÜR DIE SCHWEIZ! Nico Hischier erzielt das 5:1. Das perfekte Zuspiel auf den zweiten Pfosten kommt von Timo Meier, der sich also auch den ersten Scorerpunkt sichert.

58'

Noch drei Minuten

Nun läuft die Scheibe bei den Schweizern wieder besser. Die vier erzielten Tore sind deutlich zu wenig anhand der unzähligen Chancen. Dass Italien aber noch drei Tore erzielt in der Schlussphase, wage ich stark zu bezweifeln.

55'

Frigo geht vergessen

Der offensiv auffälligste Italiener ist klar Luca Frigo. Immer wieder geht er vor Berra vergessen, doch bisher konnte er die Scheibe nicht ins Tor ablenken. Egli war in dieser Situation etwas zu weit weg von seinem Gegenspieler.

53'

Big Save von Berra

Michael Forra verliert die Scheibe im Spielaufbau und ermöglicht den Italienern eine weitere Grosschance. Doch dieses Mal ist Reto Berra wieder auf seinem Posten und wehrt stark ab.

49'

4 : 1

Tor für Italien. Komplett entgegen der allgemeinen Spielrichtung fällt das erste Tor für die Italiener. Daniel Glira steht am Ende eines schnellen Konters und erwischt Berra. Sehr ärgerlich für unseren Nati-Goalie, der damit den ersten Shutout verpasst. Die Scheibe wurde beim Schuss noch von einem Schweizer abgefälscht.

47'

Erstes Powerbreak

Wie an grossen internationalen Turnieren üblich gibt es auch an der WM in Finnland jeweils drei Powerbreaks pro Drittel. Das gibt den Italienern etwas Zeit, um durchzuatmen. Der Dauerdruck der Schweiz hält an.

44'

Chancenwucher

Das 5:0 liegt in der Luft. Meier hat die nächste Topchance, als Bernard kurzzeitig ohne Stock auskommen musste. Es ist aber gerade sehr verspielt, was die Schweizer aufs Eis zaubern. 8:0 lautet das Schussverhältnis im 3. Drittel, 37:8 im gesamten Spiel.

42'

Moser herrlich angespielt

Es geht im gleichen Stil weiter, wie in den zwei Dritteln zuvor. Die Schweiz drückt das Gaspedal durch und sucht weitere Tore. Janis Moser hat die erste gute Chance, nach einem herrlichen Zuspiel von Malgin.

Das Schlussdrittel läuft. Gelingt Berra gleich im ersten Spiel der Shutout?

Fazit 2. Drittel

Die Schweiz hat die Partie auch im Mitteldrittel unter Kontrolle. Zwar können die Italiener mehr Chancen erspielen, doch es steht eben auch noch der starke Reto Berra zwischen den Pfosten. Das verdiente 4:0 fällt nach 26 Minuten. Erneut trifft Calvin Thürkauf. Er lenkt den Schuss von Philipp Kurashev unhaltbar ab.

Bei den ersten drei Toren hatte Jonas Siegenthaler immer seinen Anteil und konnte damit bereits drei Assists verbuchen. «Es ist einfach glücklich heute. Das passiert sonst nicht so oft. Ich habe nicht so einen starken Schuss, den kann man leichter ablenken», sagt er mit einem Augenzwinkern im Interview.

Dann ist das 2. Drittel vorbei.

39'

Malgin scheitert aufs leere Tor

Die Schweiz hatte in den letzten Minuten mehrere gute Chancen. Soeben traf Malgin die Scheibe nicht, als er das leere Tor vor sich hatte. Bernard war schon geschlagen.

37'

Sieht aus wie Powerplay, ...

… ist aber keins. Fast zwei Minuten werden die Italiener in der eigenen Zone eingeschnürt. Der Weg zur Bank ist im Mitteldrittel weit, da machen sich auch die schwer werdenden Beine bemerkbar. Ein weiterer Schweizer Treffer gelingt aber vorerst nicht.

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