EHC-Basel-Konkurs: Hockey-Stadion soll Ballsportarena werden
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EHC-Basel-KonkursHockey-Stadion soll Ballsportarena werden

Nach dem Konkurs des EHC Basel kam von RTV-Infochef Meinrad Stöcklin der Vorschlag, dass andere Sportclubs nun ihre Spiele dort austragen dürfen. Die Idee findet Anklang.

von
Mirjam Rodehacke

Am Dienstag brachte Meinrad Stöcklin, Infochef des Handballvereins RTV 1879, einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der EHC Halle: «Die Location wäre ideal als Ballsporthalle. Wenn man einen geeigneten Boden einbauen würde, könnten in dieser Halle die Nationalliga-Teams diverser Sportarten ihre Heimspiele austragen». Laut Stöcklin könnten etwa Unihockey, Basketball, Volleyball und Handball zum Zug kommen. Auch kombinierte Doppel-Events schweben ihm vor: Etwa in Form eines Nachmittags mit Nationalliga-Heimspielen. Laut Stöcklin könnte dies auch mehr Zuschauer und ein «Zusammenrücken» der Sportarten bewirken.

«Fakt ist, dass in Basel heute eine wirklich gute Ballsporthalle, welche zudem an einem guten Ort steht, fehlt», so Stöcklin. Zwar sei die Rankhofhalle von der Art und Infrastruktur her gut, doch sei die Lage sehr ungünstig. «Dies hält erfahrungsgemäss viele Zuschauer davon ab, dort Spiele von Nationalliga-Sportarten, vor allem Handball, zu besuchen.» Laut Stöcklin könne die Eishalle mit einem Indoor-Belag ausgestattet und etwa mit Abtrennvorhängen versehen werden, um mit wenig Aufwand eine Ballsportarena zu erhalten.

Kosten-Nutzen unausgeglichen

Dass die Situation mit den Sporthallen verbesserungswürdig ist findet auch Christian Weyer, Geschäftsführer des Handballclubs GTV Basel: «Mir gefällt die Idee von Herrn Stöcklin grundsätzlich gut, da es definitiv zu wenig Hallen gibt.» Obwohl er mit seinen Teams gerne in einer A-Halle spielen würde, würde sich dies aufgrund der wenigen Zuschauer aber nicht lohnen: «Aufgrund des Kosten-Nutzen-Verhältnisses würden sich Spiele in einer Halle dieser Dimension für uns wohl nicht bezahlt machen.»

Martin Spörri, Präsident des Basketball Clubs Starwings, gefällt der Vorschlag ebenfalls, er ist aber skeptisch: «Ich bin der Meinung, dass eine solche Nutzung schwierig ist. Denn der Eisbetrieb wird ja aufrecht gehalten - somit müsste man den Boden immer wieder abtauen, was mit dem Nutzen und anstehenden Kosten in keinem guten Verhältnis stehen kann.»

Arena-Zukunft noch unklar

Christian Serena, Präsident des UHC Basel United, kann dem Vorschlag für seinen Verein selbst nichts abgewinnen: «Unser Club ist ein Breitensportverein in einer Randsportart, die schweizweit sehr wenig Publikumszuspruch erhält. Ausserdem haben wir Mühe, wirtschaftliche Unterstützung in Form von Sponsoren zu erhalten.» Der UHC Basel United werde sämtliche Liga-Spiele aus diesen Gründen weiterhin in der Turnhalle Margarethen durchführen. «Die St. Jakobs-Arena könne für den Unihockeysport allenfalls dann ein Thema werden, wenn regionale Vereine als Organisatoren eines Länderspiels oder eines internationalen Turniers auftreten», so Serena.

Pio Parolini, Vizepräsident beim Vorstand der Genossenschaft der St. Jakob Arena, freut sich über die Idee: «Ich schätze solches Engagement und Gedankenaustausche sehr und halte es für möglich, dass andere Sportarten in der Arena gespielt werden können.» Der Boden sei kein Problem, weil es einen Überboden zum Drauflegen gebe. «Dies für Trainingszeiten wiederholt zu tun wäre zwar aufwändig, aber für ein Spiel sicher möglich.» Was nun genau mit der Halle geschehe, müsse noch abgewartet werden. Sollte der Nachwuchs nicht gefördert werden, ist laut Parolini Stöcklins Idee wieder aktueller. Was feststeht: «Die Halle kann insgesamt für 4500 Stunden gemietet werden - der EHC Basel belegte nur 600 davon.»

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