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Doktor Sex«Hodenkrebs erkennen – wie geht das?»

Peter weiss von seinem Biolehrer, dass das regelmässige Abtasten der Hoden wichtig ist. Aber wie Mann dabei vorgehen muss, hat er nicht erklärt. «Doktor Sex» liefert die Gebrauchsanweisung.

von
bwe

Frage von Peter an Doktor Sex: Unser Biologielehrer hat gesagt, dass Buben ab der Pubertät und Männer regelmässig ihre Hoden abtasten sollten, um Veränderungen daran frühzeitig zu erkennen. Aber wie man das macht, hat er nicht gesagt. Können Sie es mir erklären?

Antwort von Doktor Sex:

Lieber Peter

Die Selbstuntersuchung ist ganz einfach. Sie kann zum Beispiel morgens oder abends unter der Dusche durchgeführt werden.

Jeder Hoden sollte etwa alle vierzehn Tage einzeln und mit beiden Händen abgetastet werden. Lege dazu Zeige- und Mittelfinger unter den Hoden und die Daumen darauf. Rolle den Hoden dann zwischen den Daumen und den Fingern hin und her. Wenn die Oberfläche glatt und ohne Verhärtungen oder Erhebungen ist, ist alles in Ordnung. Dass die Hoden sich in der Grösse leicht unterscheiden, ist normal. Falls du an der oberen inneren Längsseite der Hoden etwas schrumpelig weiches ertastest, brauchst du dich deshalb nicht zu sorgen. Dabei handelt es sich um die Nebenhoden. Sie dienen als Zwischenspeicher für die in den Hoden produzierten Samen.

Ertastest du aber einen oder mehrere schmerzlose Knoten oder Verhärtungen im beziehungsweise am Hoden oder stellst du einen auffälligen Grössenunterschied zwischen den Hoden oder eine Geschwulst am Hodensack fest, solltest du dies deinem Hausarzt oder einem Urologen zeigen. Auch Schmerzen oder ein Ziehen im Hoden oder in der Leiste können Anzeichen eines Hodentumors sein und sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden.

Hodenkrebs gehört zu den am besten behandelbaren Krebsarten. Selbst wenn der Krebs schon Metastasen gebildet hat, ist häufig eine Heilung möglich. Wichtig ist jedoch - wie bei allen Krebsarten - dass er frühzeitig erkannt und sofort behandelt wird. Bei 95 Prozent der Patienten tritt Hodenkrebs nur in einem der beiden Hoden auf. Daher bleibt meist auch die Zeugungsfähigkeit erhalten, denn der gesunde Hoden produziert genügend Geschlechtshormone und Samenzellen.

In der Schweiz erkranken jährlich rund 410 Männer an Hodenkrebs. Das sind 2 Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern. Hodenkrebs betrifft vor allem Jüngere: Rund 90 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose noch keine 50 Jahre alt. Am häufigsten erkranken Männer zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr.

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