Hodler-Ausstellung in Bern eröffnet
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Hodler-Ausstellung in Bern eröffnet

Mit einem Festakt im Stadttheater ist die grosse Hodler-Ausstellung des Kunstmuseums Bern am Dienstagabend eröffnet worden.

Christoph Schäublin, Präsident des Stiftungsrates, widmete seine einleitenden Worte «der Kunst, um die allein es heute geht».

Damit spielte er auf die Querelen an, die es im Vorfeld um den Sammler und Leihgeber Christoph Blocher gegeben hatte, der auf der Einladungskarte ausdrücklich als «abgewählter Bundesrat» aufgeführt sein wollte. Nationalratspräsident André Bugnon, Mitglied des Patronatskomitees, respektierte den Wunsch und begrüsste ihn als «conseiller fédéral non réélu».

Blocher selbst sprach als leidenschaftlicher Sammler und bekannte, nichts von Kunst zu verstehen. Er empfinde für sie aber eine «unbegründbare Liebe». Besonders angetan haben es ihm die Berge, die in ihrer trutzigen Standfestigkeit unbeeindruckt seien «von allem Oberflächlichen und Flatterhaften». Das erwarte er auch vom gestaltenden Politiker, fügte er bei.

Der Direktor des Kunstmuseums Bern, Matthias Frehner, ist überzeugt, dass die Ausstellung die Wahrnehmung von Hodlers Werk erweitern wird. Da sie nach Bern vom 9. September bis zum 14. Dezember in Budapest zu sehen sein wird, sei dies ein Gewinn für die internationale Rezeption des Künstlers, den Bugnon als Vater der schweizerischen Malerei bezeichnete.

Protest draussen

Vor dem Stadttheater protestierten das Grüne Bündnis (GB) und die Junge Alternative Bern gegen «Holzfällermethoden in der Politik». Sie zeigten Hodlers berühmtes Bild «Der Holzfäller» ohne eben diesen; während seiner Bundesratszeit hatte es in Blochers Büro gehangen.

Protestiert hatte im Vorfeld der Ausstellung auch der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät, der der Eröffnungsfeier fernblieb. Er begründete den Schritt mit der «Hetzjagd» auf Eveline Widmer-Schlumpf. Es sei eine politische Provokation, wenn Christoph Blocher in der Einladung zur Eröffnungsfeier als «abgew. Bundesrat» aufgeführt sei.

Von der rechtbürgerlichen Vereinigung «Bern Aktiv» trug Tschäppät dies den Vorwurf der «billigen Effekthascherei» ein. Aufgabe des Stadtpräsidenten wäre, sich für Bern zu engagieren und der bedeutenden Ausstellung zu einer schweizweiten Ausstrahlung zu verhelfen, teilte die von Grossrat Thomas Fuchs (SVP) präsidierte Vereinigung mit.

(sda)

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