Prozessauftakt in Dresden: Höchste Sicherheitsmassnahmen wegen Terrorangst
Aktualisiert

Prozessauftakt in DresdenHöchste Sicherheitsmassnahmen wegen Terrorangst

Massive Sicherheitsmassnahmen haben das Dresdner Landgericht zum Auftakt des Prozesses um den gewaltsamen Tod der Ägypterin Marwa al-Sherbini zur Festung gemacht. Ihr Tod wurde in der arabischen Welt zum Symbol für die Islamfeindlichkeit des Westens. Nun ist die Angst vor Racheakten gross.

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sda/kle

Die Umgebung des Gebäudes ist weiträumig abgesperrt. Zuschauer, Verfahrensbeteiligte und die 44 akkreditierten Journalisten aus dem In- und Ausland wurden streng kontrolliert, alle Sachen inklusive Schuhe wie am Flughafen durchleuchtet. Auch im Gerichtsgebäude bezogen am Montagmorgen Scharfschützen Posten.

Die Behörden gehen auf Nummer sicher: Die Prozessbeteiligten sind von den Zuschauern durch eine rund 50 000 Euro teure Glaswand abgetrennt. Alle anderen Prozesse werden während den elf angesetzten Prozesstage verlegt.

Angeklagter tötete im Gerichtssaal

Der 29-jährige Angeklagte, der aus Perm in Russland stammt und einen deutschen Pass hat, muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Geschworenengericht verantworten.

Ihm wird vorgeworfen, die im dritten Monat schwangere Marwa al-Sherbini erstochen und ihren Ehemann am 1. Juli im Landgericht lebensgefährlich verletzt zu haben. Motiv soll Ausländerhass gewesen sein (20 Minuten Online berichtete).

Die Tat geschah im Sommer vor den Augen des dreijährigen Sohnes der Familie und löste weltweit Entsetzen aus. In der arabischen Welt wurde auch der Ruf nach Vergeltung laut, im Vorfeld des Prozesses gab es einen Mordaufruf gegen den Angeklagten. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

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