Kanton Thurgau: Höchste Zuwanderung seit 30 Jahren
Aktualisiert

Kanton ThurgauHöchste Zuwanderung seit 30 Jahren

2008 sind 3341 Personen mehr in den Thurgau gekommen als wegzogen. 2803 davon haben einen ausländischen Pass, 538 sind Schweizer. Wie der kantonale statistische Dienst am Freitag mitteilte, ist das der höchste Zuwanderungssaldo seit 30 Jahren.

Nach Angaben des statistischen Dienstes ist der Zuwanderungssaldo 2008 um rund 1100 Personen oder 50 Prozent höher als 2007. Insgesamt zogen im vergangenen Jahr 5977 Personen aus anderen Kantonen in den Thurgau. Gleichzeitig zogen 5439 aus dem Thurgau weg in andere Regionen der Schweiz.

Zwar ist die Netto-Zuwanderung aus anderen Kantonen mit 538 Personen relativ gering - aber trotzdem dreimal so hoch wie 2007. Im Kantonsvergleich kommt der Thurgau mit einem Binnenwanderungsüberschuss von 2,2 Personen pro 1000 Einwohnern auf den fünften Platz nach Freiburg, Schwyz, Aargau und Luzern.

Beliebt bei Zuzügern aus dem Ausland

Viel stärker als vom Zuzug innerhalb der Schweiz profitierte der Thurgau vom Zuzug aus dem Ausland. Insgesamt zogen 4683 Personen aus dem Ausland zu - 757 mehr als 2007. Gleichzeitig zogen 1880 Menschen ins Ausland weg - 29 weniger als 2007.

Damit blieben 2803 mehr aus dem Ausland Zugezogene im Thurgau als gleichzeitig wegzogen. Das ergab einen positiven Zuwanderungssaldo von 11,7 Personen pro 1000 Einwohner. Der Thurgau rangiert unter allen Kantonen auf dem elften Platz - zwischen Graubünden auf Platz 10 und dem Aargau auf Platz 12.

Den Spitzenplatz belegt hier die Waadt mit einem Wanderungssaldo von 22,4 Personen pro 1000 Einwohnern. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 12,8 - knapp unter den 12,9 die Schaffhausen ausweist.

14'000 von 241'000 Thurgauern sind Deutsche

Weitaus die meisten Zuwanderer im Thurgau waren 2008 Deutsche. Die deutsche Wohnbevölkerung im Kanton wuchs um 2080 auf rund 14'000 Personen bei insgesamt 241'243 Kantonseinwohnern. Von den insgesamt 49'300 Ausländerinnen und Ausländern stellen die Deutschen 28 Prozent und sind damit die grösste Gruppe.

Die höchste Nettozuwanderung verzeichnete im Thurgau 2008 mit 312 Personen Kreuzlingen. Um mehr als 200 Einwohner wuchsen auch Arbon (243), Frauenfeld (241) und Aadorf (222). Kreuzlingen zog dabei am meisten Zuwanderer aus dem Ausland an, Aadorf war für Zuzüger aus der Schweiz am attraktivsten.

Das kräftige Thurgauer Bevölkerungswachstum von 1,6 Prozent im Jahr 2008 war fast ausschliesslich durch die Zuwanderung bedingt. Der Geburtenüberschuss trug mit 245 Personen nur wenig zum Wachstum der Bevölkerung bei.

(sda)

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