US-Medien - Höchster US-General schränkte Trumps Zugriff auf Atomwaffen ein
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US-MedienHöchster US-General schränkte Trumps Zugriff auf Atomwaffen ein

Auslöser war der Sturm aufs US-Capitol: Der Generalstabschef Mark Milley hat danach geheime Vorkehrungen getroffen, um die Befehlsgewalt des damaligen Präsidenten zu beschneiden.

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Seine rechtmässige Befehlsgewalt wurde vom obersten General beschnitten: Der abgewählte US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)

Seine rechtmässige Befehlsgewalt wurde vom obersten General beschnitten: Der abgewählte US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)

AFP/Andrew Caballero-Reynolds
War nach der Erstürmung des Capitols durch Trump-Anhänger erschüttert: US-General Mark Milley.

War nach der Erstürmung des Capitols durch Trump-Anhänger erschüttert: US-General Mark Milley.

AFP/Saul Loeb
«Sie wissen, dass er verrückt ist. Er ist seit langer Zeit verrückt.»: Nancy Pelosi, Vorsitzende des Repräsentantenhauses.

«Sie wissen, dass er verrückt ist. Er ist seit langer Zeit verrückt.»: Nancy Pelosi, Vorsitzende des Repräsentantenhauses.

Getty Images via AFP/Drew Angerer

Darum gehts

  • Der US-Generalstabschef Mark Milley soll nach der Erstürmung des Capitols geheime Vorkehrungen getroffen haben, um die Befehlsgewalt des damaligen Präsidenten Donald Trump über die Atomwaffen einzuschränken, wie ein neues Buch enthüllen wird.

  • Der General hat auch zweimal mit seinem chinesischen Pendant telefoniert, um Ängsten vor einem möglichen US-Angriff vorzubeugen.

  • Das Buch soll am 21. September erscheinen.

Nach der Erstürmung des US-Capitols am 6. Januar soll Generalstabschef Mark Milley Medienberichten zufolge geheime Vorkehrungen getroffen haben, um die rechtmässige Befehlsgewalt des damaligen Präsidenten Donald Trump über Atomwaffen einzuschränken. Das berichteten der Sender CNN und die Zeitung «Washington Post» am Dienstag unter Berufung auf ein noch unveröffentlichtes Buch, das sich mit dem Ende von Trumps Präsidentschaft befasst.

Der renommierte Investigativjournalist Bob Woodward und ein langjähriger Korrespondent der «Washington Post», Robert Costa, schreiben demnach in «Peril» (Gefahr), Milley sei nach der Erstürmung des Capitols durch Anhänger Trumps erschüttert gewesen. Er habe daher am 8. Januar ein vertrauliches Treffen mit den zuständigen Kommandeuren einberufen, um sicherzustellen, dass es keinen militärischen Offensivschlag ohne seine Zustimmung geben könne. «Was auch immer Ihnen befohlen wird, Sie folgen dem Ablauf. Sie machen den Vorgang. Und ich bin Teil des Ablaufs», soll Milley demnach gesagt haben. Danach soll Milley alle Beteiligten direkt gefragt haben, ob sie ihn verstanden hätten.

Absprache mit Nancy Pelosi

Den Berichten zufolge lag den Autoren des Buchs, das am 21. September veröffentlicht werden soll, auch eine Mitschrift eines Telefonats von Milley und der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, der Demokratin Nancy Pelosi, vor. Pelosi sagte demnach in dem Gespräch vom 8. Januar zu Milley über Trump: «Sie wissen, dass er verrückt ist. Er ist seit langer Zeit verrückt.» Darauf soll Milley, der 2019 von Trump ernannt worden war, erwidert haben: «Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu.»

Pelosi, die das dritthöchste Staatsamt bekleidet, hatte nach dem Telefonat im Januar auch eine Pressemitteilung veröffentlicht. Damals erklärte sie, sie habe mit Milley gesprochen, um einen «instabilen Präsidenten» daran zu hindern, «Militärschläge zu beginnen» oder einen «atomaren Angriff» zu befehlen. Der abgewählte Republikaner Trump «könnte nicht gefährlicher sein und wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, die Menschen in Amerika» und die Demokratie zu schützen, so Pelosi damals.

Generalstabschef telefonierte zweimal mit China

Trotz seiner Niederlage bei der Wahl am 3. November 2020 blieb Trump noch wie von der Verfassung vorgesehen bis 20. Januar US-Präsident und damit auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das Militär konnte sich seinen Befehlen also streng genommen nicht offen widersetzen.

Milley, der inzwischen dem demokratischen Präsidenten Joe Biden als oberster Militärberater dient, soll den Berichten über das Buch zufolge in der Zeit auch zwei Gespräche mit seinem chinesischen Gegenüber gehabt haben, um Ängsten der kommunistischen Führung vor einem möglichen US-Angriff vorzubeugen. Milley telefonierte demnach kurz vor der US-Wahl, am 30. Oktober, mit General Li Zuocheng und erneut am 8. Januar. Während des zweiten Anrufs soll Milley dem Chinesen gesagt haben: «Wir sind 100 Prozent beständig. Aber Demokratie kann manchmal schluderig sein.»

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(DPA/chk)

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