Höhen und Tiefen der Amtszeit von Tony Blair
Aktualisiert

Höhen und Tiefen der Amtszeit von Tony Blair

Am 27. Juni 2007 wird mit dem Rücktritt Tony Blairs die längste Amtszeit eines Labour-Premierministers zu Ende gehen. Folgende Chronik dokumentiert wichtige Ereignisse während Blairs Zeit als Premierminister.

1. Mai 1997: Nach 18-jähriger konservativer Regierung erringt die Labour Party unter Tony Blair einen erdrutschartigen Sieg. Sie gewinnt bei der Unterhauswahl 419 von 659 Sitzen.

September 1997: Bei Volksabstimmungen in Schottland und Wales sprechen sich die Wähler für die Einrichtung von Regionalparlamenten aus. Damit kann Blair sein Wahlversprechen einer stärkeren Dezentralisierung erfüllen.

10. April 1998: Katholische und protestantische Politiker in Nordirland einigen sich unter britischer und irischer Vermittlung auf das so genannte Karfreitagsabkommen, das eine All-Parteien-Regierung in Belfast vorsieht.

März 1999: Grossbritannien unterstützt im Kosovo-Krieg die Luftangriffe der NATO auf Serbien und schickt später mehrere tausend Soldaten in die überwiegend von Albanern bewohnte serbische Provinz.

20. Mai 2000: Blairs viertes Kind, Leo, wird geboren. Es ist das erste Mal seit 1848, dass ein amtierender Premierminister Vater wird.

7. Juni 2001: Labour gewinnt die Unterhauswahl mit 413 von 659 Mandaten. Die Wahlbeteiligung erreicht mit 59 Prozent ihren tiefsten Stand seit 1918.

Oktober 2001: Einen Monat nach den Terroranschlägen vom 11. September beteiligen sich britische Truppen am Kriegseinsatz der USA gegen Afghanistan, um die Taliban zu stürzen und das Terrornetzwerk Al Kaida zu schwächen.

April 2002: Blair besucht US-Präsident George W. Bush auf dessen Ranch in Texas und erörtert mit ihm die Möglichkeit einer Militäraktion gegen den irakischen Präsidenten Saddam Hussein.

18. März 2003: Zwei Tage vor Beginn des Irak-Kriegs stimmt das Unterhaus nach monatelanger Debatte für eine britische Beteiligung. 45.000 Soldaten werden für den Einsatz bereitgestellt.

18. Juli 2003: Der Waffenexperte und Regierungsberater David Kelly wird tot aufgefunden. Er beging nach offizieller Darstellung offenbar Selbstmord, nachdem er im Gespräch mit einem BBC-Journalisten Blair vorgeworfen hatte, Angaben über vermeintliche irakische Massenvernichtungswaffen aufgebauscht zu haben.

28. Januar 2004: Der Untersuchungsausschuss zum Tod Kellys unter Lord Hutton spricht die britische Regierung vom Vorwurf unehrenhaften Verhaltens frei.

14. Juli 2004: Ein weiterer Untersuchungsausschuss unter Lord Butler entkräftet den Vorwurf, die Regierung habe vor dem Irak-Krieg bewusst Fakten verdreht. Er beschuldigt jedoch die Geheimdienste der Verbreitung unzutreffender Informationen.

18. November 2004: Grossbritannien verbietet die Hetzjagd mit Hunden auf Füchse - ein Thema, das über Jahre hinweg für heftige innenpolitische Kontroversen gesorgt hat.

6. Februar 2005: Blair übertrifft Harold Wilson als am längsten amtierender Premierminister der Labour Party.

5. Mai 2005: Einen Tag vor Blairs 52. Geburtstag gewähren ihm die Wähler eine dritte Amtszeit, allerdings mit einer stark geschrumpften Mehrheit von 356 der 646 Sitze im Londoner Unterhaus.

11. Mai 2005: Bei einem Treffen der Labour-Abgeordneten erklärt Blair, dass er keine vierte Amtszeit anstreben wird.

7. Juli 2005: Während des G-8-Gipfeltreffens im schottischen Gleneagles sprengen sich mehrere Attentäter in Londoner U-Bahnen und Bussen in die Luft und reissen 52 Menschen mit in den Tod.

21. Juli 2005: In London kommt es in drei U-Bahnen und einem Bus erneut zu Explosionen, diesmal ohne Todesopfer. Beobachter stellen einen direkten Zusammenhang zwischen der Politik des amerikanischen Präsidenten George W. Bush und der britischen Bündnistreue her.

26. Januar 2006: Das britische Kabinett beschliesst die Aufstockung des britischen Truppenkontingents in Afghanistan.

5. Mai 2006: Blair reagiert auf eine Schlappe seiner Labour-Partei bei den Kommunalwahlen mit einer Kabinettsumbildung.

8. Mai 2006: Blair erklärt, dass er nicht auf ewig an seinem Posten festhalten will, einen Zeitplan für seinen Rücktritt will er aber weiterhin nicht nennen.

7. September 2006: Auf Druck seiner eigenen Partei kündigt der Premierminister seinen Rücktritt binnen Jahresfrist an.

17. Oktober 2006: Blair lehnt einen Abzug der britischen Streitkräfte aus dem Irak entschieden ab.

19. Januar 2007: In einem Skandal um die Vergabe von Adelstiteln gegen Parteispenden wird eine Mitarbeiterin des Premierministers festgenommen.

21. Februar 2007: Die britische Regierung beschliesst, 1.500 Soldaten aus dem Irak abzuziehen.

23. März 2007: Die iranische Marine nimmt 15 britische Soldaten im Persischen Golf unter dem Vorwurf der Grenzverletzung gefangen. Nach einem 13-tägigen diplomatischen Tauziehen werden die Armeeangehörigen wieder frei gelassen.

3. Mai 2007: Bei den britischen Regional- und Kommunalwahlen bekommt Blair einen heftigen Denkzettel verpasst. Seine Labour Party muss herbe Verluste hinnehmen. (dapd)

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