Aktualisiert 03.11.2014 20:34

Tops und Flops der NLAHöhenflug in Davos, die alte Leier in Rapperswil

Die erste Tranche der Meisterschaft ist vorbei. Während Davos die Liga rockt, haben die Lakers erneut die Rolle des Dauerverlierers. 20 Minuten zieht Bilanz.

von
Marcel Allemann

Am Samstag ging die erste, aufgrund der Mehrfachbelastung (Champions League, Cup) für verschiedene Klubs sehr intensive Meisterschaftsphase zu Ende. Es folgt nun der erste Nati-Zusammenzug unter dem neuen Trainer Glen Hanlon mit dem Deutschland-Cup. Die Tabelle hat bereits deutliche Konturen – 20 Minuten zieht eine erste Bilanz.

Top: HCD-Offensivzauber und die SCB-Wiedergeburt

Die HCD-Offensive: schon 15 Siege aus 19 Spielen. Leader Davos beeindruckt. Vor allem durch seinen Offensivzauber. Bereits 88 Tore erzielten die Bündner – das sind unfassbare 21 Tore mehr, als die zweitbeste Offensive (Bern) markiert hat. Das zeigt sich in der Torschützenliste: Marc Wieser (10), Paulsson, Axelsson, Jörg (je 8), Corvi (7), Lindgren, Ambühl, Simion und Du Bois (je 6) haben alle bereits mehr als 5 Saisontreffer.

Die SCB-Wiedergeburt: Nach dem Totalabsturz in die Abstiegsrunde letzte Saison startete der SC Bern auch mit Problemen in die neue Spielzeit. Am 13. Oktober lagen die Mutzen lediglich auf Rang 8. Doch inzwischen haben die Spieler das System ihres Trainers Guy Boucher verinnerlicht. Zuletzt gab es acht Siege in Folge. Nach Verlustpunkten sind die Berner bereits Zweite – vor Meister ZSC Lions.

Schweden-Power: Die Schweden sorgen für Zauber. 15 Stück sind in der NLA tätig, acht von ihnen liegen in den Top 15 der Skorerliste. Speziell zu begeistern vermag Luganos Fredrik Pettersson, der mit 16 Toren mit Abstand bester Torschütze der Liga ist. Sein Landsmann Mikael Johansson (Lakers) ist mit 18 Assists der klar beste Passgeber.

Klotens Familienbande: Klotens Trainer Felix Hollenstein befand sich in schweren Nöten. Mit sechs Pleiten starteten die Flyers in die Saison. Doch Hollenstein erhielt Hilfe aus der Familie. Seit Sohn Denis von seiner Verletzungspause zurückgekehrt ist, läufts viel, viel besser. Die starke persönliche Bilanz des Nati-Stürmers: 6 Spiele, 3 Tore, 6 Assists.

Flop: Der Schweizer Cup und die Rappi-Dauerverlierer

Die Dauerverlierer aus Rapperswil-Jona: Andere kleinere Klubs wie Biel oder Ambri sorgen gelegentlich für Überraschungen und brechen so aus dem grauen Alltag aus. Die Lakers, die es letztmals 2008 in die Playoffs schafften, sorgen als Dauerverlierer jedoch ungewollt für Konstanz. Ob mit Altstars oder Youngsters, ob ohne oder mit schwedischen Weltmeistern – es bleibt dieselbe Leier. Die treuen Fans, die sich dies immer wieder aufs Neue antun, verdienen Bewunderung. Vorläufig ist es nur ein böses Gerücht, dass sich die Lakers überlegen, beim Versenden der Saisonkarten inskünftig jeweils auch gleich Antidepressiva mitzuliefern.

Der Schweizer Cup: Zugegeben, die Volksfeste bei den kleinen Klubs auf dem Land sind toll. Aber ansonsten hat der wieder ins Leben gerufene Schweizer Cup die Ausstrahlung eines Wettbewerbs, den es nicht braucht. Den HC Davos interessiert der Schweizer Cup etwa gleich stark wie der Fussball-Spitzenkampf in Papua-Neuguinea zwischen Hekari und Oro, und so verabschiedete sich der HCD mit einem 2:4 gegen Visp vorzeitig. Und die bisherigen NLA-Duelle fallen bislang primär durch die katastrophalen Zuschauerzahlen auf.

Coaches mit schlechter Wortwahl: Letzte Saison lieferten sich Doug Shedden und Hans Kossmann jeweils ein heisses Duell. Wer von beiden bediente sich öfters des englischen Worts, das mit «F» anfängt und mit «uck» aufhört? Inzwischen sind beide weg. Shedden musste in Zug gehen, Kossmann bei Fribourg. Gekommen sind stattdessen mit Harold Kreis und Gerd Zenhäusern zwei Gentlemen.

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