Übergewicht: Höhepunkt ist bereits überschritten
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ÜbergewichtHöhepunkt ist bereits überschritten

Fettleibigkeit kostet uns Milliarden von Franken. Dennoch sind Experten dagegen, Dicke zur Kasse zu bitten.

von
Leo Hug
Unausgewogene Ernährung und zu viel Alkohol: Übergewicht ist auch in der Schweiz ein Thema. (Foto: Fotolia)

Unausgewogene Ernährung und zu viel Alkohol: Übergewicht ist auch in der Schweiz ein Thema. (Foto: Fotolia)

Fettleibigkeit kostet uns alle viel. Die Weltgesundheitsor­ganisation (WHO) schätzt, dass Übergewicht bei Erwachsenen 6% der Ausgaben des Ge­sundheitswesens in Europa verur­sacht. Hinzu kommen die ­indirekten Kosten durch frühzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben. Gemäss einer vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gege­benen Studie belaufen sich in der Schweiz die durch Fett­leibigkeit verursachten Kosten auf 0,38% des Bruttoinlandsprodukts. Das entspricht etwa 2,1 Mia. Franken. An Ideen, wie diese Kosten gesenkt werden können, fehlt es nicht: etwa durch ein Bundesgesetz über Prävention und Gesundheitsförderung, höheren Versicherungsprämien oder eine Fettsteuer auf Lebensmittel, analog der Tabaksteuer. Das stösst nicht überall auf Zustimmung. Nationalrat Jürg Stahl, Mitglied der Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit ist gegen Verbote und Gesetze zur Bekämpfung der Fettleibigkeit: «Ich bewerte den Faktor Lust und Freude höher als die Experten in den Bundesämtern.»

Das BAG stuft über 50% der Schweizer als übergewichtig ein (20 Minuten berichtete). Wirtschaftliche Überlegungen stehen auch bei Jacques de Haller, Präsident der FMH, nicht im Vordergrund. «Uns beschäftigt in erster Linie die verringerte Lebensqualität der Schwergewichtigen.» Kein Grund für Aktivismus gibt es auch gemäss der Studie des BAG: Der Anteil der Über­gewichtigen in der Schweiz hat den Spitzenwert möglicherweise bereits überschritten.

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