Aktualisiert 14.06.2020 06:22

Porsche 968

Höhepunkt und Lückenbüsser

Als der Porsche 968 erschien, begann für den Vierzylinder-Transaxle-Sportwagen bereits das dritte Leben. Komplett überarbeitet, sollte der 968 für steigende Verkaufszahlen sorgen. So richtig gelang dies nicht.

von
Bruno von Rotz
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Der Porsche 968 macht bei jeder Geschwindigkeit Spass, und in der Farbe «Sternrubin» sieht er richtig sexy aus!

Der Porsche 968 macht bei jeder Geschwindigkeit Spass, und in der Farbe «Sternrubin» sieht er richtig sexy aus!

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Die Abstammung vom Porsche 924/944 lässt sich nicht abstreiten.

Die Abstammung vom Porsche 924/944 lässt sich nicht abstreiten.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Alles in Wagenfarbe gehalten.

Alles in Wagenfarbe gehalten.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com

Darum gehts

  • Der Porsche 986 wurde 1991 erstmals präsentiert. Dass er vom Porsche 924/944 abstammt, ist deutlich erkennbar.
  • Der 968 sollte sich gegen die Absatzschwächen, die Porsche bei allen Transaxle-Modellen auswies, stemmen.
  • Porsche wertete den Vierzylinder-Transaxle aber nicht nur äusserlich auf, sondern auch unter dem Blech.

Begonnen hatte die Geschichte der Porsche-Transaxle-Vierzylinder-Sportwagen bereits 1976 mit dem 924, dann folgte 1982 der 944, 1988 der 944 S2, und schliesslich setzte 1991 das Zeitalter des 968 ein. Man hätte ihn wohl auch 944 S3 nennen können, doch dafür waren die Anpassungen dann doch zu gross.

Der Boxster am Horizont

Als Porsche im Mai 1991 den 968 als Nachfolger des 944 S2 vorstellte, da wusste noch niemand vom Boxster, ja es waren noch nicht einmal die ersten Designs gezeichnet. Der 928 war noch im Programm, und für die Heckmotorfans hatte man Ende der Achtzigerjahre den 911 überarbeitet und den 964 mit Heck- oder Allradantrieb lanciert. Vom Porsche 993 wusste man – in der Öffentlichkeit – noch nichts und von wassergekühlten Heck- oder Mittelmotormodellen (996, Boxster) noch weniger. Allerdings, so weit weg war der Boxster eben auch nicht, denn der erste Prototyp wurde, wohl mit heisser Nadel gestrickt, 1993 in Detroit gezeigt.

Bei seiner Präsentation musste sich der Porsche 968 zwischen dem 964 und dem 928 eingliedern. Und dies gelang ihm gar nicht so schlecht, denn optisch lehnte er sich an den Achtzylindern an. Der neue 968 sollte sich gegen die Absatzschwächen, die Porsche bei allen Transaxle-Modellen auswies, stemmen und dem 924/944 ein weiteres Leben einhauchen. Gleichzeitig wurde die Produktion nach Zuffenhausen verlagert.

Verbesserungen überall

Teure Eingriffe mussten zwar ausbleiben, aber Frontpartie und Heck wurden beim 968 neu gestaltet, um eine Familienähnlichkeit zum 928 zu erreichen. Gleichzeitig allerdings nahm die Front Linien und Proportionen des späteren 993 vorweg, weshalb gerade die Front (bei versenkten Scheinwerfern) immer noch ziemlich modern wirkt.

Der Bug und das Heck wirkten runder als beim Vorgänger 944 S2, und die nun nach vorne aufklappenden Scheinwerfer erinnerten an die Lampen des 928. Alles war in Wagenfarbe gestaltet. Das Interieur lehnte sich abgesehen von ein paar ausgetauschten Knöpfen weitgehend an den 944 S2 an.

Porsche wertete den Vierzylinder-Transaxle aber nicht nur äusserlich auf, sondern auch unter dem Blech. Dem 2990 cm3 grossen Reihenvierzylinder gab man längere Saugrohre, eine variable Ventilsteuerung und eine höhere Verdichtung (11:1) mit auf den Weg, die Ausbeute waren 240 PS bei 6200 Umdrehungen, ein Plus von immerhin 29 PS. Rund 11’000 Exemplare wurden schliesslich vom 968 bis 1996 gebaut.

Ein Youngtimer für jeden Tag

Die Farbe «Sternrubin» steht dem Porsche 968 unglaublich gut, viel besser als die Grau- oder Schwarztöne, die es damals natürlich auch gab. Aber als Fahrer sieht man den 968 natürlich vor allem von innen, und da hat er Sportwagen beste Interieurqualitäten zu bieten, die kaum Wünsche offenlassen. Das grosse Airbag-Lenkrad vor den Augen, die schnell ablesbaren Instrumente im Blick und die Strasse vor einem, will man nur eines, nämlich losfahren.

Dies bereitet keine Probleme, der Vierzylinder startet auf Schüsseldreh (rechts vom Lenkrad) sofort und verfällt in einen ruhigen, brummigen Leerlauf. Das Sechsganggetriebe lässt sich exakt schalten, aufpassen sollte man nur wegen der relativ leichtgängigen Sperre zum Rückwärtsgang, der links neben der Ebene des 1. und des 2. Ganges liegt. Vom Start weg ist das üppige Drehmoment spürbar, schnell ist Landstrassentempo erreicht.

Das Coupé liegt satt auf der Strasse, ohne deshalb umkomfortabel zu wirken. Auch im modernen Alltag bewährt sich das Coupé tadellos. Freude ohne Reue! Weitere Informationen, eine ausführliche Historie, viele Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

www.zwischengas.com ist die umfangreichste Online-Plattform zu den Themen Oldtimer, Youngtimer und historischer Rennsport und wird von Enthusiasten mit Benzin im Blut täglich mit neuen Artikeln, Bildern und historischen Dokumenten ergänzt.

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22 Kommentare
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Die Weiterdenker

15.06.2020, 21:04

Man kauft kein Elektroschrott solange dieser noch nicht ausgereift ist. Die brauchbaren Batterien kommen erst in paar Jahren, solange können Kluge Rechner noch warten und sparen. Die Dummen braucht es aber auch, jemand muss das ganze ja schliesslich noch finanzieren!

Umweltbelastung durch E-Auto

15.06.2020, 19:11

300 Kilometer Transportstrecke, um die Batterien aus einer dezentralen Autowerkstatt zu einem industriellen Entsorger zu bringen. Aus Sicherheitsgründen müssen die bis zu 700 kg schweren Antriebsakkus in Sand befördert werden, sonst können sich unvollständig entladene Batterien erhitzen und Feuer fangen. In Kalifornien haben Lithium-Ionen-Akkus im vergangenen Jahr 75 Prozent aller Brände in Müllverwertungen ausgelöst!

Mr. Elon

15.06.2020, 18:44

ℹ️ Was kostet eine neue Batterie für ein E-Auto? Die Batterie altert wie jede andere auch und hält nur paar wenige Jahre, nach jeder Ladung verringert sich deren Kapazität und die Fahrstrecke wird immer kürzer, sie muss dann gewechselt werden. Wenn die Garantie abgelaufen ist kostet der Batterieersatz wahrhaftig ein Vermögen, und immer wenn was daran ist muss das E-Auto in eine Spezialgarage gebracht werden, nichts mit günstig. Wer klug ist lässt die Finger vom teuren Elektroschrott!!