Too big to fail: «Höhere Kosten für UBS und Credit Suisse»
Aktualisiert

Too big to fail«Höhere Kosten für UBS und Credit Suisse»

Der Bundesrat weicht von seiner harten Linie in der «Grossbanken-Frage» nicht ab. Das macht für Bankenprofessor Manuel Ammann Sinn.

von
Hans Peter Arnold
Manuel Ammann ist Professor an der Universität St. Gallen sowie Leiter des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen.

Manuel Ammann ist Professor an der Universität St. Gallen sowie Leiter des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen.

Der Bundesrat will mit einem neuen Gesetz das Eigenkapitalpolster der Grossbanken massiv erhöhen. Was halten Sie davon?

Manuel Ammann: Diese Massnahmen - die Stärkung der Eigenmittelbasis und der Notfallplan - sind nicht nur sinnvoll, sondern auch massvoll. Es gibt international gesehen durchaus Bestrebungen, die noch weiter gehen.

Es gab Druck von Seiten der Grossbanken. Trotzdem blieb der Bundesrat hart. Sind Sie überrascht?

Nein. Dieser Gesetzesvorschlag liegt im Rahmen meiner Erwartungen.

Die Grossbanken warnen vor einem Wettbewerbsnachteil. Zu Recht?

Es stimmt - letztlich müssen die Grossbanken Credit Suisse und UBS mit höheren Kosten rechnen. Doch, es kann nicht sein, dass der Staat das Konkurs-Risiko trägt.

Die höhere Sicherheit und das damit einhergehende grössere Vertrauen sollte den Banken zu Gute kommen?

Es ist schwierig, ökonomisch damit zu argumentieren. Sonst hätten die Banken ja schon früher und eigenständig die Eigenmittelbasis erhöht.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Parlament den Massnahmen zustimmt?

Ich bin nicht Politologe. Aber ich denke schon, dass der Kern der Massnahmen - die Stärkung der Eigenmittelbasis - eine Mehrheit finden sollte. Die weiteren Massnahmen sind weniger zentral; man könnte sie auch als organisatorische Massnahmen bezeichnen. Dort dürfte es noch einige Anpassungen geben.

Neu ist der Einsatz von speziellen Anleihen, so genannte Coco-Bonds, die im Krisenfall in Aktien umgewandelt werden. Befürworten Sie diese Coco-Bonds?

Ja, das sind Anlageinstrumente, die einerseits wegen dem respektablen Zins für Obligationäre attraktiv sind. Andererseits helfen sie der Bank und ihren Aktionären, im Krisenfall die Stabilität zu wahren.

UBS-Chef Oswald Grübel kritisiert hingegen, die Cocos könnten nach der Wandlung die Aktienkurse belasten

Gewisse negative Effekte sind möglich. Doch wir haben dazu ja noch keine reellen Erfahrungen. Ich denke, dass die positiven Faktoren der Cocos überwiegen.

Es wird darüber spekuliert, die Banken könnten Teile ihres Geschäft ins Ausland verlagern. Ist das realistisch?

Nein. Das ist nicht realistisch.

Schwächt der Bundesrat mit seinem Entscheid den Schweizer Finanzplatz?

Davon gehe ich nicht aus

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