Heisse Begrüssung: Höllenempfang für die Red Devils

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Heisse BegrüssungHöllenempfang für die Red Devils

Manchester United tritt heute Abend in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul an. Schon beim Empfang machten die einheimischen Fans klar, was die Kicker aus England erwartet.

von
fox

Da dürfte manch ein Flughafenbenutzer leer geschluckt haben: Hunderte von fanatischen Galatasaray-Anhängern verwandelten den Atatürk-Flughafen in ein gelb-rotes Tollhaus. Mit lauten Gesängen nahmen sie die Ankunftshalle ein und warteten auf die Spieler von Manchester United.

Diese treten heute Abend im Rahmen der Champions League in der Türk Telekom Arena (Neubau anstelle des Ali Sami Yen) gegen Galatasaray an. 50'000 Fans dürften das offiziell lauteste Fussballstadion der Welt einmal mehr zu einem Hexenkessel werden lassen. Einen Vorgeschmack lieferten die Anhänger schon am Flughafen. Der Empfang in der Hölle wurde durch Petarden und Sachbeschädigungen unterstrichen. Die Polizei bekundete grosse Mühe, die Scharen in Schach zu halten.

ManU-Spieler bekommen nichts mit

Nicht viel mitbekommen vom ganzen Trubel haben allerdings die Spieler von Manchester United. Diese wurden kurzfristig in einen anderen Terminal umgeleitet und konnten «den Empfang der Fans entgehen», wie ManU-Trainer Alex Ferguson später an der Pressekonferenz erzählte.

Trotzdem weiss er genau, was ihn und sein Team erwartet. Als er vor 19 Jahren erstmals mit den Red Devils in Istanbul gegen Galatasaray antrat, wurden die Spieler Eric Cantona und Bryan Robson nach der Partie im Spielertunnel von Polizisten angegangen. Seither traf er nur noch einmal (Saison 1994/1995) auf «Gala», erklärt aber entspannt: «Wir waren schon einige Male in Istanbul und kennen die Atmosphäre in der Türkei. Die Zuschauer sind fanatisch, aber das ist kein Problem für uns.» Der alte Hase Ferguson kann dies bestimmt so sagen, doch ob das alle Fussballer in seinem Team so sehen? Da die United bereits als Gruppensieger feststeht, liess der Trainer die Topstars zu Hause (u.a. Rooney und van Persie) und hat in seiner jungen Truppe stattdessen acht Spieler dabei, die noch nie in der Königsklasse spielten.

Erinnerungen an die Schweizer Nati

Bei diesen Bildern werden bei Schweizern sofort wieder Erinnerungen an den November 2005 wach, als die Nati sich im Barrage-Rückspiel trotz der 2:4-Pleite für die WM 2006 qualifizierte. Auch damals wurde der Schweiz schon ein heisser Empfang mit einigen Schikanen am Flughafen bereitet. Kurz nach der Partie mussten die Schweizer in die Kabine flüchten, unter anderem gingen die Spieler in den Katakomben aufeinander los. Ein noch dunkleres Kapitel schrieben die türkischen Fans im Jahr 2000, als zwei Leeds-Fans im Rahmen einer Uefa-Cup-Partie mit Messerstichen getötet wurden.

Galatasaray-Fans wüten auf dem Flughafen in Istanbul (Quelle: YouTube/deancoombesfootball)

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