Dicke Luft?: Hoeness wettert gegen van Gaal
Aktualisiert

Dicke Luft?Hoeness wettert gegen van Gaal

Bayern-Präsident Uli Hoeness attackiert seinen Trainer Louis van Gaal. Dieser akzeptiere keine anderen Meinungen und halte die Ersatzspieler nicht bei Laune.

von
mon

Uli Hoeness kritisiert Louis van Gaal im Fernsehen (Video: Sky)

Beim deutschen Meister läuft derzeit nicht viel rund. Mit zehn Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund liegen die Bayern nur auf Platz 7 der Bundesliga-Tabelle. Liegen da die Nerven schon blank? Präsident Uli Hoeness hielt sich im Bundesliga-Talk bei «Sky 90» zumindest nicht zurück mit Kritik an Trainer Louis van Gaal, mit dem der deutsche Rekordmeister trotz sportlicher Krise Ende September bis 2012 verlängert hat (20 Minuten Online berichtete). Hauptkritikpunkt: Van Gaal soll die teuren Ersatzspieler der Bayern nicht bei Laune halten. Gemeint sind dabei Stars wie Gomez, Timoschtschuk und Demichelis, welche beim Holländer wenig Kredit geniessen, zuletzt aber dennoch gute Leistungen zeigten, wie am Freitag beim 4:2 gegen Freiburg. Hoeness: «Ich sitze auf der Tribüne und sehe drei Tore von Leuten, die längst weg sollten. [...] Da sind vier, fünf Spieler bei uns falsch eingeschätzt worden.» Dem einen oder anderen sei da wohl Unrecht geschehen. Besonders die Spieler, die nicht bei der WM waren, habe van Gaal nicht genügend stark gemacht.

Ein weiterer Kritikpunkt: «Es ist schwierig mit ihm zu reden, weil er die Meinungen anderer Leute nicht akzeptiert. Ich habe mit ihm nicht mehr viel zu besprechen», sagte Hoeness. Auch diese Kritik wird der Holländer nach Ansicht des Vereinspräsidenten nicht annehmen. «Er wird sie aufnehmen und er wird damit leben müssen», so Hoeness und weiter: «Ich sehe da kein Problem darin (dass er van Gaal kritisiert, Anm. d. Red.), weil ich der Meinung bin, dass man immer auf Augenhöhe diskutieren muss und kann.»

Wohlüberlegte öffentliche Kritik

Die Kritik als solches sowie der Zeitpunkt findet der als Heisssporn bekannte Hoeness nicht unangebracht. «Es ist ein Moment, an dem wir Chancen haben, die Probleme zu lösen. Als wir zu Hause gegen Mainz verloren haben, da hätte ich sicher nichts gesagt. Jetzt ist aber die Bahn offen für eine gute Saison und jetzt muss man da eben auch mal was sagen.» Das Ganze sei einfach seine persönliche Wahrnehmung und er habe sicherlich ein paar Minuten lang darüber nachgedacht, ob er diese Kritik öffentlich äussern wolle. Hoeness: «Was ich gesagt habe, ist eindeutig und ich denke, dass man lernen muss, damit zu leben.»

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