Aktualisiert 30.03.2014 20:11

Super-HebelHoeness zockte mit bis zu zwei Milliarden Euro

Der verurteilte Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeness spekulierte nicht nur mit eigenem Geld. Die Bank Vontobel stellte ihm über einen Hebelfaktor enorme Summen zur Verfügung.

von
sas
Uli Hoeness wurde im März 2014 wegen Steuerhinterziehung in der Höhe von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Uli Hoeness wurde im März 2014 wegen Steuerhinterziehung in der Höhe von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Uli Hoeness hat mit viel mehr Geld spekuliert als bisher bekannt. Der ehemalige Präsident des FC Bayern München konnte auf dem Höhepunkt seiner Zockerkarriere knapp zwei Milliarden Euro einsetzen, wie Recherchen der Zeitung «Welt am Sonntag» zeigen. Möglich wurde die gigantische Spekulationssumme durch einen sogenannten Hebel. Damit ermöglichte die Zürcher Privatbank Vontobel Hoeness, das Zwölffache seines Eigenkapitals einzusetzen.

Der Gebrauch von Hebeln ist bei Devisengeschäften alltäglich. Dabei verfügt der Kunde einerseits über ein Margenkonto, andererseits über ein Handelskonto. Auf dem Margenkonto liegt der eigene Einsatz des Kunden, auf dem Handelskonto hingegen ein Vielfaches davon. Der Grund für die Differenz: Die Bank gewährt für die Spekulationsgeschäfte einen Kredit, wobei der Einsatz des Kunden als Sicherheit dient.

Der höchste Jahresendstand auf dem Margenkonten von Hoeness lag Ende 2005 bei 164 Millionen Euro. Mit einem Hebel konnte der ehemalige Fussballstar zu diesem Zeitpunkt mit knapp zwei Milliarden Euro bewegen. Laut Insiderinformationen der «Welt am Sonntag» gewährte die Bank Vontobel Hoeness im Durchschnitt einen Hebelfaktor von zwölf.

Gefürchteter «Margin-Call»

Hoeness' Erfolg mit den Spekulationen war zu Beginn gross. Ende des Jahres 2003 sollen sich auf dem Margenkonto etwas mehr als 100 Millionen Euro befunden haben, zwei Jahre später war der Saldo um 64 auf 164 Millionen gestiegen. Danach tauchte der Kontostand wieder auf 108 Millionen. Der Absturz kam mit der Finanzkrise 2008. Der Saldo fiel im Jahr 2009 gar auf 36 Millionen Euro.

Das Problem bei Deals mit grosser Hebelwirkung: Verläuft ein Spekulationsgeschäft gegen den Trader, kann es zur Nachschusspflicht kommen – dem gefürchteten «Margin Call». Das heisst, Anleger könnten mehr Geld verlieren, als sie eingesetzt haben, und müssen nachzahlen.

Hinterzogene Steuern von 30 Millionen

Hoeness hatte die zu Beginn seiner Zockerkarriere erzielten Gewinne nie versteuert. Das Magazin «Focus» berichtete am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe, die Steuerfahndung Rosenheim habe bereits eine Summe von mehr als 30 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern errechnet. Die Berechnungen seien noch nicht abgeschlossen.

Hoeness wurde am 13. März wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Auf Revision verzichtete er und trat als Präsident des FC Bayern zurück. Seine Strafe wird Hoeness in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech verbüssen. Es wird mit einem Haftantritt nach Ostern gerechnet.

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