Aktualisiert 30.11.2007 10:04

Höngg: Gezielter Schuss mit gestohlener Patrone

Der wegen des Tötungsdelikts in Zürich-Höngg verhaftete 21-jährige Soldat hat einen gezielten Schuss aus 80 Metern auf die ihm nicht bekannte 16-jährige Coiffeur-Lehrtochter abgegeben. Er verschoss dabei eine Patrone, die er während des Militärdienstes an sich genommen hatte.

Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Das 16-jährige Opfer wird am Freitag in Zürich-Altstetten bestattet.

Der nach dem Tötungsdelikt in Zürich-Höngg verhaftete 21-jährige Soldat hat in einer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich zugegeben, dass er am vergangenen Freitagabend einen gezielten Schuss auf das ihm nicht bekannte Opfer abgegeben habe. Er verschoss dabei eine Patrone, die er während der Rekrutenschule (RS) an sich genommen hatte, wie die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich am Donnerstag bekannt gab. «Es wurde gezielt auf die Frau geschossen, das Motiv muss noch geklärt werden», sagte Staatsanwältin Catherine Nägeli auf Anfrage.

Die dabei verwendete Patrone liess der 21-Jährige laut der Staatsanwältin nach der Mitte der 21-wöchigen RS bei einer Schiessübung mitlaufen. Der Schussabgabe lag ein absolut nichtiger Anlass zu Grunde: Derzeit sei kein ersichtliches Motiv erkennbar, sagte Nägeli. Zum Motiv und dem weiteren Tatumfeld sind weitere intensive Ermittlungen im Gang.

Die Schussabgabe aus dem Sturmgewehr auf die bei der Bushaltestelle Hönggerberg zusammen mit ihrem Freund wartende 16-Jährige erfolgte aus einer Distanz von etwa 80 Metern von einem nahe gelegenen Hügel nordöstlich der Emil-Klöti-Strasse. Ein Bericht des «Tages-Anzeigers», wonach sich der 21-Jährige zuvor in einem Tram der Linie 13 laut und auffällig verhalten habe und vermutlich betrunken gewesen sei, wollte die Staatsanwältin nicht bestätigen. Ob der 21-Jährige zur Tatzeit alkoholisiert gewesen sei oder Drogen genommen habe, müsse medizinisch abgeklärt werden. Abgeklärt werden müsse auch noch, ob der junge Mann mit seinem eigenen Sturmgewehr geschossen habe. «Man geht aber davon aus», sagte Nägeli.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte zudem, dass der 21-Jährige zwei Vorstrafen aus den Jahren 2005 und 2006 aufweist: Eine wegen eines geringfügigen Vermögensdelikts und eine andere wegen Verursachung einer Explosion mit geringem Sachschaden. Der junge Mann wohnt laut Nägeli als Wochenaufenthalter in Zürich und stammt aus Islisberg im Kanton Aargau. Er wurde am vergangenen Dienstag in Untersuchungshaft versetzt.

Das 16-jährige Opfer des Tötungsdelikts vom Hönggerberg wird am Freitag bestattet. Die Coiffeuse-Lehrtochter wird auf einem Friedhof in Zürich-Altstetten beigesetzt, wie das Stadtzürcher Bestattungs- und Friedhofamt am Donnerstag bekannt gab.

Video: Trauer am Tatort

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