Barrieren umgehen: Hörbehinderte Kids sind glücklicher, als man denkt
Aktualisiert

Barrieren umgehenHörbehinderte Kids sind glücklicher, als man denkt

Mit vielen Problemen, vor denen hörbehinderte Kinder vermeintlich stehen, können sie umgehen lernen. Das zeigt eine neue Studie aus Zürich.

von
sru
Kinder haben zusammen Spass, ob sie hörbehindert sind oder nicht.

Kinder haben zusammen Spass, ob sie hörbehindert sind oder nicht.

Taub oder hörbehindert zu sein ist für viele eine schreckliche Vorstellung. Doch eine Studie der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich zeigt nun: Hörbehinderte Kinder und Jugendliche sind prinzipiell genauso glücklich wie hörende Gleichaltrige.

Die Forschenden haben rund 160 Kids befragt – die Hälfte von ihnen Hörbehinderte, die gemeinsam mit Hörenden zur Schule gehen. Bei der ersten Befragung waren die Studienteilnehmenden 11 bis 13 Jahre alt. Nach drei und sechs Jahren wurde die Befragung wiederholt. Der Befund: Zwar erleben Hörbehinderte im Alltag immer wieder schwierige Situationen, beispielsweise bei Gesprächen in grösseren Gruppen. «Sie lernen aber, mit den Hürden umzugehen», sagt Mireille Audeoud, Leiterin der Studie.

Auch der heute 20-jährige Studienteilnehmer Jonas Straumann sagt: «Viele Barrieren sind gar nicht echt, sondern nur in den Köpfen der Leute.»

Dass hörbehinderte Kinder und Jugendliche stets aufmerksam sein müssen, damit sie unter Hörenden nicht ausgeschlossen sind, kann sogar Vorteile haben: Wie die Studie zeigte, fühlten sich viele hörbehinderte Probanden motivierter, waren begeisterter und hatten mehr Energie als normal hörende Kinder.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

Deine Meinung